Stadtrat Baden
Berger-Nachfolge: Aus diesem Trio wird die SP auswählen

Karin Bächli, Jürg Caflisch und Erich Obrist sind in- und ausserhalb der SP die meistgenannten Kandidaten für die Stadtratsnachfolge von Daniela Berger. Die Wahl in Baden findet im Herbst statt.

Roman Huber
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Aus diesem Trio wird die Nachfolge von Daniela Berger gewählt.

Aus diesem Trio wird die Nachfolge von Daniela Berger gewählt.

AZ

In der Gerüchteküche hatte es bereits vor den Gesamterneuerungswahlen im Herbst 2013 gebrodelt. Wenn auch die Parteileitung betont, dass sie alle Kandidaturen entgegennimmt und prüfen werde, so laufen die Gespräche betreffend Nachfolge von Daniela Berger in der SP seit längerem.

Die meistgenannten Namen sind dieselben: An vorderster Front werden Karin Bächli, Jürg Caflisch und Erich Obrist (nach Alphabet) für ein Stadtratsamt genannt. Alle drei verfügen über reichlich Erfahrung in der Kommunalpolitik. Sie haben sich als Mitglieder des Einwohnerrates und auch in Kommissionen einen Namen gemacht.

Tritt zurück: Daniela Berger ist seit 1998 in der Badener Stadtpolitik tätig, bis 2011 sass sie im Einwohnerrat, seit 2002 im Stadtrat.

Tritt zurück: Daniela Berger ist seit 1998 in der Badener Stadtpolitik tätig, bis 2011 sass sie im Einwohnerrat, seit 2002 im Stadtrat.

Karin Bächli – die Allrounderin

«Ich werde mir eine Kandidatur sicherlich überlegen», sagt Karin Bächli auf Anfrage. Die Verkehrsplanerin würde von Berufs wegen Erfahrungen in die Exekutive mitbringen, die man dort seit längerem vermisst. Ausserdem hatte sie sich als langjährige Fraktionspräsidentin stets als sattelfest in den verschiedenen Dossiers und Ratsdikussionen erwiesen. Die SP-Politikerin zeichnete sich immer wieder durch ihre Konsequenz in der Sache, aber auch durch ihre Kompromissbereitschaft in der politischen Auseinandersetzung aus.

Die Verknüpfung mit einer allfälligen Kandidatur für das Stadtammannamt im Herbst 2017 sieht Bächli insofern: «Wenn man sich für ein Stadtratsmandat zur Verfügung stellt, sollte man bei einer Vakanz auch bereit sein, das Stadtammannamt zu übernehmen.» Dies sei im jetzigen Zeitpunkt aber nicht das Hauptthema.

Jürg Caflisch – der Hartnäckige

«Der Schritt in die Exekutive würde für mich eine neue Herausforderung darstellen. Bis jetzt politisierte ich auf der andern Seite. Wenn ich diesen Schritt noch einmal tun möchte, so ist es jetzt der richtige Augenblick dazu», erklärt Jürg Caflisch offen. Er werde sich eine Kandidatur sehr wohl überlegen, sagt er. Aufgrund seiner Erfahrung in wichtigen politischen Bereichen auf kantonaler Ebene sieht der amtierende SP-Grossrat durchaus Voraussetzungen, die für seine Person sprechen könnten. Caflisch ist Mitglied der grossrätlichen Kommission Umwelt, Bau, Verkehr, Energie und Raumordnung. In seiner Rolle als Präsident der VCS-Sektion Aargau gilt Jürg Caflisch bei seinen politischen Gegnern als Hardliner.

Erich Obrist – der Lösungssuchende

«Für mich ist der Zeitpunkt gekommen, in dem ich die Chance einer Kandidatur ergreifen müsste, wenn ich mich für die Stadt Baden noch verstärkt engagieren möchte», erklärt Erich Obrist. Er sei bereit, sich zur Verfügung zu stellen und sich der Nominationsrunde zu stellen. Eine spätere Kandidatur für das Stadtammannamt sei für ihn kein strategisches Ziel und stehe darum jetzt nicht zur Diskussion. «Dieser Diskussion muss man sich dann stellen, wenn es im Hinblick auf die Gesamterneuerungswahlen erforderlich wird», fügt Obrist an. Als Mitglied und während zweier Jahre als Präsident der Finanzkommission zeigte sich Obrist wiederholt als lösungsorientierter Sachpolitiker.

Mit diesen drei Persönlichkeiten verfügt die SP über ein gutes Kandidatenfeld. Der ehemalige Co-Parteipräsident Martin Groves, derzeit Co-Fraktionspräsident, winkt für eine Kandidatur ab. Die ehemalige Einwohnerrätin Beatrice Meyer ist noch Parteimitglied, aber nicht mehr aktiv in der Politik. Weil die SP Baden eine starke Verjüngung hinter sich hat, dürfte ein Exekutivamt für die jungen Mitglieder des Parteivorstandes noch zu früh sein.

Das sagen die Bürgerlichen: Zuerst über die Bücher

Der Rücktritt der SP-Stadträtin Daniela Berger dürfte bei den Bürgerlichen Hoffnungen schüren. Der Verlust ihres zweiten Sitzes anlässlich der Ersatzwahlen im März 2013 dürfte die FDP heute noch schmerzen. Für die bis anhin stets bürgerliche Mehrheit im Stadtrat bedeutete dies einen Schnitt. Auch wenn die Wahrnehmung der Politiker der neuen grün-linken Mehrheitsregierung bei ihresgleichen gar nicht als links-grün wahrgenommen wird, so ist es möglich, dass dieses Mehrheitsverhältnis im Stadtrat bereits diesen Herbst auf den Prüfstand kommt.
«Wir werden die Situation in unserem Vorstand und auch in unserem Personalausschuss besprechen», sagt Conrad Munz, Medienverantwortlicher bei der FDP. Über eine allfällige Kandidatur könne er darum auch keine Aussage machen, erklärt Munz. Die Partei habe auch niemanden, der für diesen Fall in Startbereitschaft wäre.
Auch die SVP nimmt den Rücktritt der SP-Stadträtin zuerst einmal zur Kenntnis. Laut Parteipräsident Serge Demuth werde man zweifellos prüfen, ob man mit einer eigenen Kandidatur ins Rennen steigen wolle. Dabei werde sich die SVP bei ihrem Handeln mit den andern bürgerlichen Parteivorständen absprechen. Demuth hatte vor zwei Jahren angekündigt, dass die SVP eine Kandidatur bei den Gesamterneuerungswahlen 2017 ins Auge fasse, wobei nicht ausgeschlossen ist, dass der Parteipräsident selber ins Rennen steigen wird. Die CVP wird sich diesmal als Zünglein an der Waage zurücklehnen können. (-rr-)