Mit Reinhold Messner hat sich das KMU Swiss Forum für seine 10. Auflage selber ein Jubiläumsgeschenk gemacht. Die Schilderungen aus seinem abenteuerlichen Leben zogen gestern in der Trafohalle alle in den Bann. Und weil der Extrem-Bergsteiger, Wüsten- und Antarktis-Durchschreiter öfters die Grenzen des Menschenmöglichen touchiert oder gar überschritten hatte, war der Bezug zum Thema «Risiko oder Status quo» bestens gewährleistet. «Wer kein Risiko eingehen will, der bleibt unten», lautet seine unmissverständliche Bergsteiger-Weisheit, die für Unternehmer durchaus ebenso Gültigkeit hat.

Er bekam kein Geld vorgeschoben

Messner faszinierte mit seiner pointierten Erzählweise. Der Verlust sechs abgefrorener Zehen habe sein Gleichgewichtsvermögen gestört, sodass er definitiv vom Felskletterer zum Höhenbergsteiger gewechselt habe, schilderte er in nüchtern-realistischem Ton. Der Südtiroler - Bergsteiger, Grenzgänger, Bergbauer, Politiker, Museumsgestalter, Erzähler - holte sich die Sympathien der über 500 Zuhörer aber auch mit seiner Bescheidenheit.

Sein Bezug zur Wirtschaft wäre womöglich ein anderer, wenn er in einer andern Zeit gross geworden wäre. Er habe für seine Expeditionen nie Geld vorgeschoben erhalten. In der archaischen Welt seiner Abenteuer habe auch niemand etwas zu sagen. Die Entscheidungen sowie die Verantwortung für die eingegangenen Risiken habe jeder selber zu tragen; das im Gegensatz zur heutigen Gesellschaft mit ihrem immer enger werdenden Regelwerk.

Das Thema Risiko fand sehr unterschiedliche Ansätze. Während bei Armeestabschef Aldo C. Schellenberg die kollektive Sicherheit im Vordergrund stand, hatte Berufspilot Peter Brandl eine andere Flugsicht. Am Forum gab es auch harsche Töne zu hören, so vom deutschen Wolfgang Grupp (Trigema) zur Auslagerung der Produktion.

Unternehmer Wolfgang Grupp reiste per Helikopter zum KMU Swiss Forum

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