Baden

Beschäftigung gesucht: Asylbewerber als Leichtathletik-Trainer?

KSB will Einschränkungen für Asylbewerber

KSB will Einschränkungen für Asylbewerber

Bald sollen im Notspital des KSB Asylbewerber einziehen. Die Unsicherheit bei der Bevölkerung und den Angestellten ist gross. Sie fordern, dass es genaue Bestimmung geben soll, wo sich die neuen Nachbarn aufhalten dürfen.

Bald ziehen 200 Asylsuchende im Untergrund des Kantonsspitals Baden ein. Damit sie nicht nur den ganzen Tag herumsitzen, sucht man nun nach Beschäftigungsmöglichkeiten.

Am 19. August ziehen die ersten von 200 asylsuchenden Männern in das unterirdische Notspital im Kantonsspital Baden (KSB). An der Info-Veranstaltung für die Bevölkerung am Montagabend kam unter anderem die Frage auf, was die Männer machen werden, da sie wohl kaum den ganzen Tag in der unterirdischen Anlage verbringen werden.

Deshalb will das Departement Gesundheit und Soziales (DGS) mit der Stadt und dem KSB Beschäftigungsmöglichkeiten schaffen, die den Asylsuchenden eine Tagesstruktur bieten. «Geprüft werden dabei auch gemeinnützige Arbeitseinsätze», sagt Balz Bruder, Kommunikationsleiter des DGS.

Mit weiteren möglichen Partnern will man ebenfalls ins Gespräch kommen. «Das DGS wird darüber informieren, sobald diese Kooperationen mit Sicherheit zustande kommen.» Bruder bleibt allerdings realistisch: «Es wird nicht möglich sein, alle 200 Asylsuchenden mit solchen Arbeiten zu beschäftigen. Das zeigen auch die Erfahrungen aus anderen Kantonen.»

Die Firma ORS Service AG, die schweizweit Asylsuchende betreut, wird sich vor Ort um die Männer kümmern und mit Kanton und Stadt ebenfalls Beschäftigungsmöglichkeiten erarbeiten.

«Männer brauchen ein Gesicht»

Stadtammann Geri Müller weist darauf hin, dass es wichtig sei, diesen Männern ein Gesicht zu geben, um das Unbehagen gegenüber den Fremden abzubauen. Als eine Möglichkeit nennt er den Besuch in den Sportvereinen.

«Es kamen auch Privatpersonen mit der Idee, ein Theater mit den Asylsuchenden zu organisieren oder ihnen Unterricht in Deutsch zu geben», sagt Müller. Man werde solche Ideen prüfen.

Auf Anfrage sagt Andres Greter, Sportkoordinator der Stadt: «Wir haben geprüft, welche Flächen die Asylsuchenden nutzen könnten.» Daraus resultieren vier Standorte: «Auf der Quartierspielwiese Pilgerstrasse und dem Sportplatz Langacker B könnten die Asylsuchenden Fussball spielen.

Zudem kann die Rollsportanlage mit dem Basketballfeld unter der Autobahnbrücke genutzt werden», zählt Greter auf und fügt hinzu: «Die Sportanlagen des Schulhauses Höchi werden nicht genutzt, da diese für den Unterricht gebraucht werden.»

Greter macht darauf aufmerksam, dass die Asylsuchenden keine Fussbälle, Basketbälle oder überhaupt Sportbekleidung hätten. «In Absprache mit dem Stadtrat wäre es denkbar, in der Bevölkerung einen Aufruf zu machen und nach einer Sammelaktion, alte Bälle, Bekleidung oder Skateboards, die man nicht mehr braucht, den Asylsuchenden zu geben.»

Sportvereine mit im Boot?

Weniger Möglichkeiten sieht Greter bei den Sportvereinen. «Diese haben selber oft Mühe, genug freiwillige Trainer zu finden, die tagsüber trainieren.» Ob die Asylsuchenden abends mittrainieren dürften, könne er nicht sagen. Trotzdem würde er die Vereine anfragen, sofern der Stadtrat dies wünsche.

Beim Leichtathletikverein Wettingen-Baden zeigt sich Präsident Patrick Vergult offen: «Die Asylsuchenden dürfen dreimal in ein Schnuppertraining kommen, wie alle anderen auch.» Danach aber müssten sie normale Mitgliederbeiträge bezahlen.

«Der Kostendruck ist einfach zu gross, als dass die Männer gratis trainieren könnten.» Es sei aber nicht ausgeschlossen, dass einer der eigenen Trainer ehrenamtlich mit den Asylsuchenden trainiere, «das müssen wir aber im Vorstand noch besprechen», sagt Vergult.

Zudem seien Asylsuchende, die Trainerkompetenzen für eine der Disziplinen haben, herzlich willkommen. «Allerdings könnte die Sprache dann ein Problem sein.»

«Grundsätzlich sind wir gegenüber Anfragen offen. Falls die Stadt auf uns zukommt, werden wir die Möglichkeiten prüfen», sagt Thomi Bräm, Präsident des Fussballclubs Baden. «Problematisch sind aber die Kapazitäten unserer Fussballplätze.»

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