Gebenstorf
Beschwerde beim Regierungsrat nach Nein zu muslimischem Lokal

Auf der Suche nach einem neuen Vereinslokal erhielt die islamisch-albanische Gesellschaft vom Gemeinderat eine negative Antwort. Unter anderem sprachen für die Gemeinde auch politische Gründe dagegen. Nun wehrt sich die Gesellschaft.

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Ein Baugesuch für dieses Lokal lehnte der Gemeinderat ab.

Ein Baugesuch für dieses Lokal lehnte der Gemeinderat ab.

Nadja Rohner

Die islamisch-albanische Gemeinschaft betreibt in Kirchdorf ein Vereinslokal, sucht derzeit aber ein grösseres Gebäude. Deswegen stellte sie das Gesuch, das Restaurant an der Landstrasse in Gebenstorf in ein Vereinslokal umnutzen zu dürfen – erhielt vom Gemeinderat Ende Jahr jedoch eine ablehnende Antwort.

Nun geht die Debatte um das muslimische Vereinslokal in die nächste Runde: Die islamisch-albanische Gemeinschaft wehrt sich gegen den gemeinderätlichen Entscheid mit einer Beschwerde beim Regierungsrat des Kantons Aargau.

Sie fordert, der Beschluss der Gemeinde sei aufzuheben, eine entsprechende Bewilligung sei zu erteilen, allenfalls mit Auflagen.

Mannigfaltige Gründe für Ablehnung

Gemeindeschreiber Stefan Gloor hatte gegenüber der erklärt, mannigfaltige Gründe hätten zum ablehnenden Entscheid geführt, auch politische Überlegungen. Offiziell wolle die Gemeinschaft ein Vereinslokal einrichten, in Tat und Wahrheit handle es sich aber um ein Gebetszentrum, das entstehen soll.

«Das Vereinslokal wäre Schule, Wirtshaus und Gotteshaus in einem», sagte Gloor. Auch Beschwerden von Anwohnern, die um den Wert ihrer Liegenschaft fürchteten, der Wunsch nach dem Erhalt des Restaurants sowie die Parkplatzsituation seien Gründe für die ablehnende Haltung gewesen, erklärte der Gemeindeschreiber.

Die baupolizeilichen Voraussetzungen für die Gutheissung des Baugesuchs seien erfüllt, argumentiert die islamisch-albanische Gemeinschaft in ihrer Beschwerde. Es seien allein politische und emotionale Überlegungen gewesen, die den Gemeinderat dazu veranlasst hätten, das Baugesuch nicht zu bewilligen.

Der Gemeinderat lege es offenbar darauf an, das Verfahren zu verzögern, heisst es in der Beschwerde weiter. Die Begründung für diesen Vorwurf: Vertreter des Gemeinderates hätten im Rahmen der Einwendungsverhandlung mehrfach geäussert, man werde das Verfahren bis vor Bundesgericht ziehen; eine Umnutzungsbewilligung werde «nicht vor drei Jahren» erteilt.

«Keine Verzögerungstaktik»

«Eine Verzögerungstaktik verfolgen wir nicht», sagt der Gebenstorfer Gemeindeammann Rolf Senn (CVP) auf Anfrage, und er erklärt: «Wir halten am ablehnenden Entscheid fest und stehen zu unseren Beweggründen.»

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