Baden

Besichtigung des Sensationsfundes bot einmalige Chance: «Ein Ort, der emotional berührt»

Sensationsfund in Baden lockt Besucher an

Sensationsfund in Baden lockt Besucher an

Bei Bauarbeiten in der Nähe des ehemaligen Hotels "Verenahof" fanden Archäologen im Mai ein bisher unbekanntes römisches Badebecken. Das Stück ist vermutlich gegen 2'000 Jahre alt. Interessierte konnten den spektakulären Fund heute besichtigen.

Der Sensationsfund im Bäderquartier von Baden konnte im Rahmen einer Führung besichtigt werden.

«Jedermann darf zu einem Besuch, zu einem Gespräch, einem Scherz und zur Entspannung des Geistes die Bäder der anderen aufsuchen und sich dort aufhalten», schreibt der Humanist Poggio Bracciolini 1416 über seinen Besuch im Bäderquartier. Die Badekultur ist in Baden seit langem präsent – die Thermalquellen wurden jedoch nicht erst seit dem Mittelalter genutzt: Das Baden war bereits bei den Römern beliebt, wie der Sensationsfund beim Kurplatz zeigt.

Letzten Samstag bat sich für Interessierte die einmalige Chance, den Sensationsfund im Bäderquartier im Rahmen einer Führung zu besichtigen. Der Andrang war gross: Die insgesamt fünf Termine waren binnen Minuten ausverkauft. Unter Einhaltung eines Schutzkonzepts waren nicht mehr als 20 Besucherinnen und Besucher pro Führung erlaubt.

Eine Reise durch die Bädergeschichte

Stadtammann Markus Schneider begrüsste die Interessierten im Bäderquartier. Oftmals erhoffe man sich, dass bei Ausgrabungen nichts gefunden wird, denn dies führt zu Verzögerungen. Doch nicht bei diesem Fund: Die Entdeckungen beim Verenabad seien einzigartig, freute sich Schneider.

Die rund einstündige Führung begann mit Informationen über Arbeiten rund um den Verenahof. Heiko Dobler, Berater der Kantonalen Denkmalpflege, nahm das Publikum mit auf eine Reise durch die Bädergeschichte und schilderte, wie sich die Bauten und das Leben im Bäderquartier veränderten. Im Mittelalter teilten sich Mann und Frau das Bad, im 19. Jahrhundert kurten Badegäste in privaten Räumen. Baden wurde immer bekannter und lockte Gäste aus ganz Europa an. Wegen der erhöhten Nachfrage wurde der Verenahof erweitert. Momentan sei dieser in einem schlechten Zustand, so Dobler, doch dies ändere sich jetzt.

«Der Fund ist der wahre Kern von Baden»

Wie im Verenahof soll auch beim Verenabad die Geschichte erhalten werden. Andrea Schaer, Projektleiterin Archäologie Bäder, erzählte den Besucherinnen und Besuchern, was den Fund ausmacht. Auf der Ruine stehend zeigte sie, welche Mauern aus dem Mittelalter stammen und welche Bauteile 2000 Jahre Geschichte hinter sich haben. Beim Verenabad wurden vor kurzem Überreste aus römischer Zeit gefunden. «Es ist ein Ort, der einen emotional berührt. Durch die Befunde kann die Geschichte Badens erhellt werden», schwärmte die Archäologin. Überreste wurden vermutet, doch dass diese auf ein römisches Bad schliessen lassen, sorgt in ganz Europa für Aufregung. Der Fund enthalte die Biografie von Baden, so Schaer. Die Überreste liessen darauf schliessen, wie gross die Bäder waren, wie sie genutzt wurden und wie sich die Badekultur veränderte.

Die Bäder galten über Jahrhunderte als Markenzeichen für Baden. Umso schwieriger ist es, eine Entscheidung über den Umgang mit dem Fund zu fällen. In den nächsten Wochen soll das geklärt werden. In einem ist man sich bereits einig: Das Bad soll geschützt werden. Denn: «Der Fund ist der wahre Kern von Baden», bekräftigte Andrea Schaer.

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