Bessere Kontrollen bei Tierhaltern

Der Kanton zieht Konsequenzen aus dem Fall Oftringen.

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Stephan Rey will mit seinem Buch ADHS-Patienten eine Stimme geben.

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Bild: Andrea Weibel

Der Fall hatte für Empörung gesorgt. Bei einem Tierhalter in Oftringen wurden Dutzende tote, teils verweste Tiere gefunden. Das Veterinäramt des Kantons kam darauf unter Beschuss, weil es trotz Hinweisen aus der Nachbarschaft lange nicht eingegriffen hatte. Regierungsrat Jean-Pierre Gallati, dem das Veterinärwesen unterstellt ist, ordnete darauf zum Fall eine Analyse an, die nun vorliegt. Das Vorgehen des Veterinärdienstes im Tierschutzfall in Oftringen sei eingehend aufgearbeitet worden, wie das Departement Gesundheit und Soziales (DGS) am Freitag mitteilt.

Die Analyse habe ergeben, dass Umfang und Intensität der Kontrollen vor Ort grundsätzlich der jeweiligen Situation angemessen waren. Das gelte auch für die angeordneten Massnahmen. Die insgesamt acht unangemeldeten Kontrollen hätten keine Rückschlüsse darauf zugelassen, dass auf dem Gelände Tierkadaver versteckt worden waren.

Allerdings räumt das DGS ein, dass der Kanton beim Tierhalter zu wenig stark durchgegriffen habe. Der Gesamtbetrachtung der Situation beim Tierhalter sei zu wenig Beachtung geschenkt worden.

Aus diesen Gründen habe das Veterinäramt nicht früher umfassendere Massnahmen zur Sicherstellung des Tierwohls angeordnet. Das DGS nennt als Beispiel ein Tierhalteverbot.

Erst eine Patrouillenfahrt der Kantonspolizei Anfang Februar brachte die erschreckenden Zustände beim Tierhalter ans Licht. Die Polizei fand ein totes Schaf auf der Weide und kontrollierte darauf das Gelände genauer. Dabei wurde festgestellt, wie miserabel die Tiere gehalten wurden. Danach erteilte das Veterinäramt dem Tierhalter ein Tierhalteverbot.

Bereits Ende des vergangenen Jahres berichtete Tele M1 über ein totes Lamm, das laut Anwohnern tagelang auf der Weide gelegen hatte. Offenbar sei dies kein Einzelfall gewesen. Zwei Nachbarinnen erzählten damals von unhaltbaren Zuständen, hinkenden Schafen und Tieren, die auf dem Misthaufen nach Nahrung suchen.

Wie das DGS bestätigte, war der Tierhalter bereits seit 2015 wegen Verstössen gegen das Tierschutz- und Tierseuchengesetz bekannt. Bei insgesamt acht Kontrollen wurden zwar wiederholt Mängel festgestellt, sie wurden jedoch als Ausnahmen eingestuft. Dementsprechend verordnete die Behörde bis zum 7. Februar auch kein Tierhalteverbot.

Künftig sollen laut gestriger Mitteilung des Kantons Kontrollen des Veterinärdienstes anhand eines Kon­trollkonzepts erfolgen, das die Vorgeschichte beim jeweiligen Tierhaltenden angemessen berücksichtigt. (az)

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