Freienwil
«Bestatter»-Beiz braucht für eine Renovation 600'000 Franken

Die «Bestatter»-Beiz «Weisser Wind» in Freienwil soll im Frühling für rund 1,8 Millionen Franken renoviert werden. Wer aber finanziert die Restauration?

Pirmin Kramer
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Das Traditions-Gasthaus «Weisser Wind» soll erneuert werden.

Das Traditions-Gasthaus «Weisser Wind» soll erneuert werden.

Sandra Ardizzone

Der «Weisse Wind» erlangte diesen Sommer als Drehort der SRF-Serie «Der Bestatter» Bekanntheit weit über die Gemeindegrenzen hinaus. Das Gasthaus gilt als eines der wichtigsten Gebäude im Dorf, als Kulturgut und Keimzelle der Gemeinde Freienwil.

Im kommenden Frühling soll die Beiz für voraussichtlich 1,8 Millionen Franken saniert und umgebaut werden. «Im nächsten halben Jahr geht es darum, die nötigen finanziellen Mittel aufzubringen», sagt Urs Rey, Präsident der Genossenschaft, der die Beiz gehört.

«Das jetzt bestehende beziehungsweise zugesagte Eigenkapital von 600 000 Franken muss sich verdoppeln, damit der Umbau im nächsten Frühling beginnen kann.»

Eine hohe Summe – doch Rey ist zuversichtlich: «Wir erhoffen uns einen Grossteil des Geldes aus Darlehen und dem Verkauf von verzinslichen Anteilscheinen im Wert von 2500 Franken.

Ausserdem versprechen wir uns einige Unterstützung von Stiftungen, denn die Kultur wird im Weissen Wind künftig einen grossen Stellenwert haben.»

Im Eigenkapital bereits einberechnet sind die rund 200 000 Franken, welche die politische und die Ortsbürgergemeinde Freienwil beitragen möchten, erklärt Rey. Die Abstimmung finde an der Gemeindeversammlung diesen Winter statt.

Vor Abbruch gerettet

Beinahe wäre das Restaurant «Weisser Wind» vor drei Jahren abgerissen worden: Ein Investor plante auf der Parzelle im Dorfzentrum den Bau von Alterswohnungen. Doch in der Freienwiler Bevölkerung regte sich Widerstand, und eine zur Rettung der Traditionsbeiz gegründete Genossenschaft konnte den «Weissen Wind» kaufen. Schon damals sagte Genossenschaftspräsident Urs Rey, der langfristige Erhalt sei erst nach einer Restaurierung sichergestellt.

Einen wichtigen Schritt vorangekommen ist die Genossenschaft in der Frage der künftigen Nutzung des Obergeschosses. «Im Saal soll unter der Woche eine Kindertagesstätte Platz finden, die Gespräche mit einer Betreiberin sind fortgeschritten», sagt Rey. Weitere Details zur Zukunft des «Weissen Windes» werden diesen Freitag am Herbstfest bekannt gegeben, das ab 17.30 Uhr in Beiz und Saal stattfindet. Vor Ort sein wird auch Grossratspräsident Markus Dieth, der um 19 Uhr eine Ansprache halten wird. Nach 21 Uhr wird das Fest zu einer Austrinkete: Denn ab den Herbstferien öffnet der «Weisse Wind» vorübergehend nur noch unregelmässig. In den vergangenen zwei Jahren war er jeweils am Freitagabend und Sonntagnachmittag geöffnet.