Künten

Bestes Restaurant im Aargau: Die Hochzeit und 15 Gault-Millau-Punkte machen das junge Glück des «Fahr»-Wirtepaars perfekt

Manuel und Alexandra Steigmeier vom Restaurant Fahr erhielten vom «Gault Millau» 15 Punkte.

Manuel und Alexandra Steigmeier vom Restaurant Fahr erhielten vom «Gault Millau» 15 Punkte.

Bei Steigmeiers aus Künten läuft es im Moment im Beruf wie auch im Privaten rund.

Diese Sätze schmelzen auf der Zunge. «Schon lange nicht mehr hat uns ein Jungkoch so überzeugt: Stilsicherheit, Liebe zum Detail, wunderschöne Kreationen und eine unglaubliche Power zeichnen den 24-jährigen Manuel Steigmeier aus.»

Das schreibt der Restaurantführer «Gault Millau» über den Chefkoch des Restaurants Fahr in Künten-Sulz und fragt: «Erleben wir hier den Aufstieg eines grossen Talents?» Mit 15 Punkten hat die Gourmet-Bibel die frische, moderne Küche aus regionalen Produkten belohnt. Damit liegt das «Fahr» gemeinsam mit drei weiteren Restaurants an der Spitze der Aargauer Gastro-Szene (AZ vom Dienstag).

Im Vorjahr, rund ein Jahr nach der Eröffnung, erhielten Steigmeier und seine Partnerin als Neulinge 14 Punkte. Als «Senkrechtstarter» und «aufsteigender Stern» wurden sie schon bezeichnet. Über die 30-Jährige schreibt Gault Millau: «Mit Alexandra von Allmen steht Manuel Steigmeier eine junge Gastgeberin zur Seite, die herzlich und aufmerksam den Service leitet.»

Er war Kochlehrling, sie im Service-Team

Bei allem Lob bedürfen die Ausführungen der Gastro-Kritiker einer Korrektur: Von Allmen heisst mittlerweile ebenfalls Steigmeier. Am 21. September hat das Paar in Bremgarten geheiratet. Im Dezember sind die beiden seit sieben Jahren zusammen. Kennen gelernt haben sie sich im Restaurant Bären in Birmenstorf. Er war Kochlehrling, sie arbeitete im Service-Team.

Es waren aufregende letzte Wochen für die beiden. «Die Hochzeit war ein wunderschöner Moment», sagt Manuel Steigmeier. Und die 15 Punkte zwei Wochen später machten das junge Glück perfekt. Die Hochzeitsfeier fand im eigenen Restaurant statt. Die Speisen allerdings wurden von einem Catering-Team gekocht.

«Wir wollten, dass unser ganzes Team diesen Tag geniessen kann und nicht in der Küche stehen muss», sagt Manuel Steigmeier. Nach der neuerlichen Auszeichnung ist es ihm ein grosses Anliegen, das Team und nicht bloss sich und seine Partnerin in den Vordergrund zu stellen: «Die 15 Punkte sind eine Wertschätzung für die Arbeit von uns allen, jeder von uns gibt tagtäglich mehr als 100 Prozent.» Sieben Angestellte haben Alexandra und Manuel Steigmeier, insgesamt sind im «Fahr» vier Köche am Werk.

«Regionale Küche, lokal verankert und global inspiriert», so beschreibt das Paar die servierten Meisterwerke. «Stimmig und überraschend» und eine Weinkarte mit sehr fairen Preisen, urteilt «Gault Millau». Im «Fahr» stellt man sich ein fünf- bis siebengängiges Menü aus einer Serie von etwa fünfzehn Gängen zusammen. Das Amuse-Bouche wird vom Chefkoch persönlich serviert. «Mir ist es wichtig, den Gast zu sehen und zu wissen, für wen ich koche», sagt Steigmeier.

Von währschafter Kost bis zu gehobenen Ansprüchen

Mit der abermals gesteigerten Erwartungshaltung geht er scheinbar locker um. «Seit der ersten Stunde sind wir uns treu geblieben. Wir haben Freude an unserer Tätigkeit und wollen diese Freude auf unsere Gäste übertragen.» Die 15 Punkte seien dabei das Pünktchen auf dem i. «Wir können die Bewertung nicht beeinflussen. Wir geben einfach immer unser Bestes und hatten zum Zeitpunkt des unangekündigten Testessens offenbar einen guten Tag.»

An der Ausrichtung wollen «die Lieblinge der Gastrokritiker», wie sie die AZ einst nannte, nichts ändern. Nebst den Geniessern sind auch Hündeler, Wanderer oder Radfahrer in der idyllischen Reussebene am mäandrierenden Fluss willkommen. Anhänger währschafterer Kost kommen ebenso auf ihre Rechnung wie Besucher mit gehobenen Ansprüchen. «Wir sind dankbar für jeden Gast», sagt Manuel Steigmeier.

Das junge Pächterpaar hat sich für die Zukunft zwei Ziele gesetzt: ein Stammteam an Mitarbeitern zu etablieren, das die Philosophie des Restaurants verinnerlicht, und einen finanziell tragbaren Betrieb zu führen. «Es gibt Branchen, in denen man sein Geld einfacher verdient», sagt Steigmeier. Aber der Lohn kommt manchmal auch in Form von Punkten.

Aargauer Gault-Millau-Restaurants 2020:

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