Siggenthal Station
Betreiber von Gokart-Bahn liebäugelt mit Umnutzung zu zwei Sporthallen

Die Idee eines Ballspielsport-Centers im Freizeit-Center GoEasy löst ein erstes positives Echo aus, etwa beim Kanton oder bei den Handballern des TV Endingen. Auch in Untersiggenthal, wo Vereine eine Sporthalle wollen, ist man hellhörig geworden.

Roman Huber
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Die 4000 Quadratmeter grosse und unrentable Gokart-Halle der Freizeit- und Event-Anlage GoEasy ist als Sportzentrum für Ballspiele im Gespräch.

Die 4000 Quadratmeter grosse und unrentable Gokart-Halle der Freizeit- und Event-Anlage GoEasy ist als Sportzentrum für Ballspiele im Gespräch.

4000 überdachte Quadratmeter des Freizeit-Centers GoEasy in Siggenthal Station sind seit fünf Jahren permanent unternutzt. «Es ist in der Tat so: Der Event-Teil mit Bowling, Billard, Restaurant und dem Club Silex laufen sehr gut. Doch die Gokart-Bahn mit der grössten Fläche bringt keine Wertschöpfung und muss durch den Event-Bereich quersubventioniert werden», gibt Beat Anliker, Geschäftsführer der GoEasy Freizeit & Event AG, unumwunden zu.

Seit einigen Monaten im Gespräch

Bei GoEasy trägt man sich seit einiger Zeit mit dem Gedanken, den Gokart-Teil für etwas anderes zu nutzen. Dass es beim Gokart wirtschaftlich nicht gut läuft, hat offenbar die Runde gemacht. Das Interesse an der Halle sei seit einiger Zeit gross, erklärt Anliker, und sei schon für Indoor-Golf, -Minigolf und als Skater-Halle im Gespräch gewesen.

Anliker, ehemaliger Handballtrainer der Juniorennationalmannschaft, hatte vor sechs Jahren bei der Planung des GoEasy noch selber an zwei Spielsporthallen gedacht. Damals war ein solches Projekt aber in der Schiffmühle in Ennetturgi aktuell. Dieses musste dann begraben werden. Anliker stellt sich ein Sport- und Ausbildungszentrum vor mit zwei Hallen, Theorie- und Unterkunftsräumen. Er hatte inzwischen bereits Kontakte mit Handball- und anderen Sportclubs.

Trainingszentrum auf Wunschliste

Die GoEasy-Idee ist vor kurzem auch an den Kanton herangetragen worden. Das bestätigt Christian Koch, Leiter Abteilung Sport und Präsident der kantonalen Sportkommission. Wegen der Kurzfristigkeit könne er nichts dazu sagen. Lediglich: «Betreffend Sportanlagen ist beim Kanton eine gute Ballsportanlage für Aus- und Weiterbildungszwecke ein erklärtes Bedürfnis.»

«Vonseiten der Vereine besteht ganz sicher ein Bedürfnis an einer solchen Spiel- und Sporthalle», bestätigt Christian Villiger, Geschäftsführer Endinger Handball GmbH. Der Nationalliga-Club TV Endingen sucht seit gut 20 Jahren eine attraktive Bleibe für seine Heimspiele. Die Idee GoEasy sei noch ziemlich frisch, darum könne er wenig Konkretes dazu sagen, erklärt Villiger. Eine neue Mantelnutzung mit einem Sportzentrum statt einer Gokart-Anlage könne an diesem Standort attraktiv sein und müsste laut Villiger geprüft werden. Wenn der Kanton Interesse zeige, dann werde man dieses Projekt zusammen mit möglichen Partnern wie auch den Gemeinden sicher weiterverfolgen, erklärt Villiger.

Untersiggenthal ist hellhörig

In Untersiggenthal, wo eine Petition der Sportvereine für eine Sporthalle vorliegt, ist man ob der Idee ebenfalls hellhörig geworden. Gemeindeammann Marlène Koller hat bereits an der Gemeindeversammlung kurz informiert; sie selber wurde kurz vorher von den Initianten orientiert. In Untersiggenthal kreuzt sich das Vorhaben, das neu auf den Tisch gekommen ist, mit der laufenden Schulraumplanung. «Für uns ist die Frage wichtig, was die Schule an zusätzlichen Sportanlagen künftig benötigt», sagt Koller.

Die Vereine als solche hätten zweifellos die gewünschte Halle am liebsten vor der Haustüre, erklärt Marlène Koller. Doch man müsse erst eine Gesamtrechnung machen, bei der die Investitionen aber auch der Landverschleiss für eine Halle im Zentrum geprüft werden müsste. «Der Gemeinderat möchte zudem noch wissen, was der Kanton und auch andere Parteien zu diesem Vorhaben meinen. Wir werden es Anfang nächstes Jahr prüfen», erklärt Koller. Laut Christian Villiger steht das Gespräch mit Würenlingen kurz bevor.