Baden

Betreuung wird gemeinsam organisiert

Der Mittagstisch Innenstadt ist beim Bezirksgebäude ideal gelegen.  zvg/archiv

Der Mittagstisch Innenstadt ist beim Bezirksgebäude ideal gelegen. zvg/archiv

Jetzt ist es definitiv: Der Vorstand des Vereins Mittagstisch Innenstadt amtet noch bis zu den Sommerferien. Danach wird die Stadt vorübergehend einspringen. Zugleich kehrt der Mittagstisch Innenstadt zurück ins Kornhaus.

Der Mietvertrag für den Pavillon beim Bezirksgebäude läuft Ende Juli 2011 ab. Mit dem Umzug der Krippe Kornhaus ins Regionale Pflegezentrum, sind die Räume im Kornhaus frei geworden und stehen ab Schuljahr 2011/12 für den Mittagstisch zur Verfügung. Die Eltern sind vor den Sportferien orientiert worden.

Querelen weitgehend beseitigt

Für die Betreuungsangebote ist in Baden die Abteilung Kinder Jugend Familie (KJF) zuständig. Sie hat dafür einheitliche Richtlinien, so auch ein Elternbeitragsreglement, geschaffen. Die Mittagstische und die Tagesbetreuungen für Schulkinder, geführt von privaten Vereinen aus den Quartieren, sind heute mit Leistungsvereinbarungen an die Stadt geknüpft und werden finanziell unterstützt.

Der administrative Aufwand und die komplexe Neuorganisation hatten vor rund zwei Jahren für einigen Missmut unter den Trägerschaften geführt. «Man war unzufrieden mit der Stadt, weil mit dem neuen System vieles geändert werden musste und zusätzliche Administrativarbeit anfiel», schildert Cecilia Elmiger, Präsidentin des Vereins Mittagstisch Innenstadt, die Situation. «Die Vereine fühlten sich vor den Kopf gestossen, weil ihnen die Abteilung KJF dreinredete», fährt Elmiger fort.

Inzwischen haben sich die Wogen geglättet und das System funktioniere, so Elmiger, was auch Trudi Streif, CVP-Einwohnerrätin und Mitglied der Begleitkommission, bestätigen kann.

Der Verein Kappelerhof hat den Mittagstisch bereits zu einer Tagesbetreuung ausgebaut. Nach den Sportferien bietet auch der Verein Dättwil Tagesbetreuung an. Inzwischen ist ein weiteres Projekt aufgegleist: «Die Vereine und die Stadt streben für die Betreuungsangebote für Schulkinder eine gemeinsame Organisation», erklärt Brigitte Häberle, zuständig bei der Abteilung KJF. «Alle Beteiligten hoffen, dass sie damit gegenseitig vom Know-how profitieren und der Arbeitsaufwand kleiner wird.» Die Vereine haben die Entscheidungskompetenz und bestimmen das Tempo des Prozesses.

Keine Nachfolgerinnen gefunden

Mit viel Elan wurde der Mittagstisch Innenstadt geführt. «Wir sind drei Frauen im Vorstand, die schon seit sechs Jahren gemeinsam dafür sorgen, dass der Mittagstisch funktioniert», sagt Cecilia Elmiger. Es bedeute einiges an Aufwand, den Betrieb mit den Einsatzplänen und das benötigte ausgebildete Personal dazu zu organisieren.

Dass der Vorstand per Sommer 2011 und mit dem Domizilwechsel ins Kornhaus zurücktreten werde, habe man bereits vor anderthalb Jahren erklärt, sagt Elmiger. Man wollte eine faire Lösung erzielen. Die lange Suche nach einem neuen Vorstand war erfolglos.

Elmiger ist darüber allerdings nicht erstaunt: «Wenn Frauen dank den Betreuungsstrukturen wieder vermehrt in ihren Beruf zurückkehren können, wird es schwieriger, sie daneben noch für Freiwilligenarbeit zu gewinnen.» Darin sieht sie ein Problem, nebst der wachsenden Komplexität für Laien in solchen Organisationen.

Raumnot in der Innenstadt

Ursprünglich hätte der Doppelpavillon weichen sollen. Nun soll erst die Schulraumplanung abgewartet werden. Weil es in der Innenstadt akut an Raum mangelt und die Kinderzahlen steigen, wird das Provisorium ab Sommer möglicherweise weiter für schulische Zwecke benötigt.(rr/tb)

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