Investitionen

Bevölkerung wächst - Spreitenbach baut für 65 Millionen

In Spreitenbach leben heute 11'000 Menschen, 2022 sollen es über 14'200 sein.

In Spreitenbach leben heute 11'000 Menschen, 2022 sollen es über 14'200 sein.

Die Bevölkerung von Spreitenbach soll bis 2022 um 30 Prozent wachsen. Das fordert hohe Investitionen in Schulhäuser und zusätzliche Infrastruktur. Zur Finanzierung wird eine Steuererhöhung ins Auge gefasst.

11 000 Einwohner zählt die Gemeinde Spreitenbach. Bis 2022 dürften es rund 30 Prozent mehr sein. Für die dann erwarteten über 14 200 Spreitenbacherinnen und Spreitenbacher muss die Gemeinde Schulhäuser, Strassen, Kanalisationen, Stromleitungen aber auch Grünanlagen zur Verfügung stellen.

Das alles dürfte rund 65 Millionen Franken kosten, wie die Gemeinde im Finanzplan 2015 bis 2022 zeigt. «Das ist eine hohe Summe, aber wir stecken mitten in einer Investitionsphase», stellte Vizepräsident Stefan Nipp am Gemeindeapéro fest und zeigte den rund 80 Personen in den Zentrumsschopf die Konsequenzen davon.

«Beim Finanzplan handelt es sich um eine rollende Planung», erklärte Nipp. Unterschieden werden drei Projektklassen: Solche die im Bau sind, solche die bewilligt und solche die erst geplant sind.

41 Mio. Franken Schulden bis 2018

«Momentan werden Projekte im Wert von fast 34 Millionen Franken realisiert», sagte Nipp. Der weitaus grösste Brocken dieser Summe, über 27 Millionen Franken, entfällt auf das Schulhaus Hasel.

Bereits nach den Sommerferien werden die Schüler in den Neubau einziehen. Danach wird der aus dem Jahr 1978 stammende Altbau saniert und ein Jahr später ist die gesamte Anlage fertig.

Doch auch künftig wird die Bildung den Spreitenbacher Investitionsplan prägen. Um dem Wachstum der Gemeinde gerecht zu werden, braucht es in absehbarer Zeit zusätzlichen Schulraum. Für die Renovation der bestehenden Schulbauten und den Bau von neuen Schulräumen sind im Investitionsplan weitere 22,8 Millionen Franken enthalten.

Weil ein grosser Teil der Investitionen mit Fremdkapital finanziert werden muss, dürften die Schulden der Gemeinde bis 2018 auf rund 41 Millionen Franken steigen. Damit wird Spreitenbach eine Prokopfverschuldung von etwa 3300 Franken erreichen.

«Das ist ein hoher Betrag und deshalb müssen wir die Situation genau im Auge behalten», sagte Nipp. «Längerfristig müssen wir diesen Schuldenberg markant abbauen», betonte er und wies auf die entsprechenden Zahlen im Finanzplan hin.

Steuererhöhung ins Auge gefasst

Das Wachstum wird die Verwaltungskosten der Gemeinde Spreitenbach noch weiter beeinflussen. Der Gemeinderat rechnet mit einer jährlichen Zuwachsrate des Personal-, Sach- und Betriebsaufwandes von 2 Prozent. Bei den Neukrediten erwartet Nipp einen Jahreszins von 1,5 Prozent beziehungsweise 2 Prozent ab 2017.

«Wir planen hier sehr vorsichtig pessimistisch», betonte Nipp. Ebenso vorsichtig ist die Gemeinde bei den Steuerschätzungen. «Die Wachstumsrate dürfte bei den natürlichen Personen bei 1 Prozent liegen», fügte er an.

Deshalb wird eine Steuerfusserhöhung von heute 101 Prozent auf 108 Prozent ab dem Jahr 2016 ins Auge gefasst. Ob eine Erhöhung nötig ist und wie hoch sie ausfällt, hängt von der jeweiligen Budgetierung ab.

Nipp machte noch eine weitere Einschränkung: «Der Finanzplan 2015 bis 2022 ist ohne den neuen kantonalen Finanz- und Lastenausgleich berechnet.» Dieser wird noch im Grossen Rat beraten. Nipp konnte zum Schluss den Spreitenbacherinnen und Spreitenbacher aber einige Hoffnung machen: «Nach der aktuellen Fassung wird unsere Gemeinde profitieren.»

Die Steuern der juristischen Personen in Spreitenbach dürften weiterhin bei rund sechs Millionen Franken pro Jahr liegen.

Meistgesehen

Artboard 1