Die Schullandschaft der Stadt Baden wird sich in den kommenden Jahren stark verändern. Die Schülerzahlen steigen rasant, es braucht zunehmend mehr Klassen, mehr Lehrpersonen – und mehr Schulzimmer. Besonders in der Innenstadt ist das eine grosse Herausforderung: Seit 2013 berechnet das Brugger Planungsbüro Metron die jährlichen Schülerzahlen für die Volksschule Baden. Heute besuchen rund 250 Kinder die Primarschule in der Innenstadt. In fünf Jahren dürften es rund 400 Kinder sein, in fünfzehn Jahren über 730 Kinder.

Auch im Meierhof, im Kappelerhof und in Dättwil steigen die Zahlen weiter, wenn auch nicht ganz so stark wie in der Innenstadt. In Rütihof gehen die Schülerzahlen laut der Metron-Prognose leicht zurück. Wie die Stadt mit diesen Veränderungen umgehen will, steht im Bericht «Schulraum Baden 2028». Auf knapp 70 Seiten wird darin die Zukunft der Badener Schule dargelegt. Der Stadtrat legt das Dokument dem Einwohnerrat Ende Oktober zur Kenntnis vor.

Grosser Sanierungsbedarf

«Die Badener Bevölkerung wächst, und damit wächst der Druck auf die Schulräume und die Betreuungsräume, vor allem in der Innenstadt», sagte Stadträtin und Bauvorsteherin Sandra Kohler (parteilos) an einer Medienkonferenz zu dem Bericht. Es würden in naher Zukunft noch mehr Familien mit Kindern nach Baden ziehen.

Zudem steige grundsätzlich der Bedarf an schulergänzenden Betreuungsangeboten. «Es ist wichtig für Baden, dass wir das den Familien anbieten können und damit unserer Rolle als kinder- und familienfreundliche Stadt gerecht werden», so Kohler. Es bestehe ein grosser Sanierungsbedarf, etwa im bisherigen Oberstufenschulhaus Pfaffechappe, um zeitgemäss unterrichten zu können. Wenn das neue Sekundarstufenzentrum Burghalde im Sommer 2021 bezogen wird, werden in der Pfaffechappe nur noch Primarschüler unterrichtet. Die Einführung des Aargauer Lehrplans 21 auf das Schuljahr 2020/21 bringt zudem neue Schulfächer und mehr Lektionen mit sich. Das bedeutet unter anderem, dass genügend Gruppenräume für den Unterricht zur Verfügung stehen.

Meierhof als Entlastung

«Die Schulraumplanung ist sehr komplex», erklärt Kohler. «In der Innenstadt ist es eng und wir können nicht unbeschränkt bauen.» Die Stadtverwaltung werde deshalb eine «strategische Planung» in Angriff nehmen, um den Schulraum in der Innenstadt und im Meierhof zu prüfen. Eine Möglichkeit sei ein Ausbau des Schulhauses Meierhof. Eine andere Variante wäre ein ganz neuer, noch offener Standort für ein neues Primarschulhaus in der Stadt.

Es werde derzeit geprüft, ob ein Teil der Kinder aus der Innenstadt – dazu zählen etwa auch die Allmend oder Limmat rechts – künftig im Meierhof zur Schule gehen könnten. Eine Option wäre auch, die Provisorien auf der Ländliwiese länger zu nutzen als wie geplant bis 2023, sagt Kohler. Als kurzfristige Entlastung soll nun der Schul-Container aus Rütihof in den Meierhof umziehen. Dort gibt es so vorübergehend vier neue Klassenzimmer.

Zusätzlich zur Pfaffechappe müssen in den nächsten Jahren auch die Schulhäuser Ländli und Tannegg sowie der Kindergarten St. Ursus saniert werden. Bei diesen drei Projekten hat der Stadtrat im Juni Kostenvorgaben gemacht, die nicht überschritten werden dürfen. Die Schulraumplanung hat grossen Einfluss auf die Stadtfinanzen. Der Neubau des Sekundarstufenzentrums Burghalde sowie die laufenden und geplanten Sanierungen belasten die Stadtkasse bis ins Jahr 2025 mit rund 170 Millionen Franken. Der Kindergarten St. Ursus wird derzeit an die ABB-Kinderkrippen vermietet. Er soll ab dem Sommer 2019 wiedereröffnet und gegebenenfalls zum Doppelkindergarten ausgebaut werden.