Rösli Schempp ist 96 Jahre alt, sie wird diesen Januar zum zwölften Mal in ihrem Leben zügeln. Weil das 50-jährige Hochhaus des Alterszentrums Kehl zwei Neubauten weichen muss, werden die Bewohner während der Bauzeit vorübergehend in sogenannten Wohnmodulen wohnen.

Bei der Besichtigung ihres neuen Zuhauses sagte Schempp: «Ich denke, es wird mir auch im Provisorium gut gefallen. Wir Bewohner kennen uns und haben den Frieden miteinander.»

Ein wenig vermissen werde sie ihre alte Wohnung allerdings schon, sagt sie: «Vom Balkon meiner Wohnung im siebten Stock konnte ich die Jahreszeiten gut beobachten, das wird mir fehlen.»

Das Badener Stimmvolk hat im vergangenen Juni mit 90 Prozent Ja-Stimmen der Finanzierung des Neubaus von 56 Wohnungen im Alterszentrum Kehl (AZK) zugestimmt. Der Neubau kostet rund 38 Millionen Franken, wovon die Stadt die Hälfte übernimmt und die AZK Immobilien AG die andere Hälfte auf dem Hypothekarweg beschafft.

Das Hochhaus befindet sich am Ende seiner Lebensdauer, und Experten kamen zum Schluss, dass sich eine Sanierung nicht lohne.

Zimmer per Los vergeben

Am 3. Februar wird mit den Bauarbeiten begonnen, falls alles rund läuft. Andreas Voser, Verwaltungsratspräsident der AZK-Immobilien, erklärt: «Eine Beschwerde ist noch hängig.» Das Bauprojekt an sich sei unbestritten, es gehe um die Baustellenzufahrt.

«Der Kanton hat die Beschwerde zwar zu unseren Gunsten behandelt, doch die Frist für einen möglichen Weiterzug läuft erst am 3. Februar ab.» Werde die Beschwerde nicht weitergezogen, dann könne mit dem Abriss des Hochhauses und der Erstellung der Neubauten am 3. Februar begonnen werden.

Dass die Bewohner ab Mitte Januar im Provisorium leben, ist aber gewiss. Hedi Oeschger (85) sagte bei der Besichtigung: «Es gefällt mir hier, obwohl es sich nur um ein Provisorium handelt. Vermissen werde ich meine eigene Küche, denn Frühstück und Abendessen habe ich bisher immer noch selber zubereitet.»

Eduardo Forgas, Geschäftsführer des Alterszentrums, erklärt: «Im Hochhaus hatte jeder Bewohner seine eigene Küche, das wird dann auch im Neubau der Fall sein.» Im Wohnmodul teilen sich die Bewohner vier Küchen.

Das Provisorium wurde in zwei Monaten erstellt, es kostete zwischen zwei und zweieinhalb Millionen Franken. Der Komfort sei höher als in den alten Kehl-Wohnungen, insbesondere die Nasszellen seien besser ausgestattet, sagt Forgas. Und die Fläche der Zimmer betrage statt wie bisher 16,5 neu 17,8 Quadratmeter. In allen Wohnungen wird Internet angeboten.

Diskussionen gab es bei der Verteilung der Wohnungen. Es gibt Zimmer mit Ausblick nach Baden, andere sind zum Hang ausgerichtet. Unter notarieller Aufsicht wurden die Provisoriums-Wohnungen per Losentscheid aufgeteilt. Läuft alles nach Plan, können die Zimmer in den Neubauten 2016 bezogen werden.