Baden
Beziehungsdrama: Rui A. arbeitete noch bis 22.15 Uhr

Bei der Arbeit liess sich Koch Rui A. am Donnerstag nichts anmerken, dass er wenig später seine berühmte Ex-Freundin Barbara M. erschiessen würde.

Silvan Hartmann
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Die Spurensicherung ist am Tatort im Einsatz (Bilder: az/Silvan Hartmann)
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Beziehungsdrama in Baden

Die Spurensicherung ist am Tatort im Einsatz (Bilder: az/Silvan Hartmann)

Aargauer Zeitung

Beizer Mejdi Sejdiu vom Restaurant Posthorn in Neuenhof ist konsterniert. Seine Blicke schweifen immer wieder auf den Küchenboden - schüttelt Gedanken verloren den Kopf. Sein Koch Rui A. ist seit mehr als einem Jahr lang bei ihm angestellt.

Nichts deutete darauf hin, dass sein Koch eine schreckliche Tat begehen würde. «Rui arbeitete am Donnerstag nach Arbeitsplan bis 22.15 Uhr. Dann ging er in den Feierabend», sagt Mejdi Sejdiu gegenüber «Tele Züri».

Am Freitagmorgen hätte Rui A. um 10 Uhr wieder im Posthorn in der Küche stehen müssen. Doch er erschien nicht. Der Chef wurde stutzig, versuchte ihn auf dem Handy zu erreichen. Doch niemand nahm das Telefon ab. Eine Stunde später wurde Sejdiu von zwei Personen über die Tat seines Angestellten informiert. «Ich bin noch immer schockiert», sagt Sejdiu weiter.

Warum trug Rui A. beim Besuch eine Pistole mit sich?

Nach Arbeitsschluss am Donnerstagabend musste sich Rui A. auf den Weg zu seiner 47-jährigen Ex-Freundin Barbara M. nach Baden gemacht haben. Denn keine zwei Stunden später erschoss er die berühmte Weinjournalistin auf dem Gartensitzplatz ihrer Wohnung und richtete sich danach selbst.

Laut Polizei hatten sich die Beiden zu einem friedlichen Gespräch treffen wollen. Doch warum trug Rui A. beim Besuch eine Pistole mit sich? Hatte er die Tat genaustens geplant? Klar ist: Rui A. kam mit der Trennung nicht klar und drückte ab.

Besonders schlimm: Durch Rui A.'s Schüsse wurden in der Wohnung die drei Töchter von Barbara M. aus dem Schlaf gerissen. Sie fanden ihre Mutter und deren Ex-Freund tot auf dem Gartensitzplatz.