Grafik: Elia Diehl

Die Grossrats-Wahlgeschichte im Bezirk Baden ist rasch geschrieben: Die SP ist die grosse Siegerin, legte 3,71 Wählerprozente (neu: 19,37%) zu und gewann einen sechsten Sitz. Damit ist sie jetzt zweitmächtigste Partei im Bezirk. Das Resultat dürfte Florian Vock, Bezirksparteipräsident darüber hinweg trösten, dass er abgewählt wurde. Dafür sind zwei ehemalige zurückgekehrt, nämlich alt Nationalrat Max Chopard und Simona Brizzi.

«Ich hab die letzten sechs Jahre in Bundesbern an Gesetzen gearbeitet, die jetzt im Kanton ankommen»

«Ich hab die letzten sechs Jahre in Bundesbern an Gesetzen gearbeitet, die jetzt im Kanton ankommen»

2015 wurde Max Chopard aus dem Nationalrat abgewählt. Jetzt schafft der SPler sein politisches Comeback im Aargauer Grossrat und freut sich auf die indirekte Fortführung seines Schaffens.

Für die SP gab Marie-Louise Nussbaumer den Medien Auskunft. «Ich ging davon aus, dass wir die Sitze würden halten können, umso grösser ist die Freude über den Sitzgewinn. Wir geniessen diesen Tag», sagt sie. Trotz einem Wähleranteil-Plus von 3,1 Prozent wollte Nussbaumer aber nicht von einem Riesenzuwachs sprechen: «Ich denke, 20 Prozent Wähleranteil müssen das Ziel sein in einem so urbanen Bezirk wie Baden.»

SVP: Acht Sitze gehalten

Die SVP ist mit einem blauen Auge davon gekommen, ist aber nach wie vor stärkste Partei im Bezirk. Trotz Stimmenverlust (minus 1,31%, neu 26,44%) konnte sie ihre acht Grossratsmandate im Bezirk halten. «Unser wichtigstes Ziel haben wir damit erreicht», sagt Bezirksparteipräsidentin Annerose Morach. Mit 9567 Stimmen ist Stefanie Heimgartner vor Parteikollege Martin Keller bestgewählte Grossrätin im ganzen Kanton.

Zu den Bisherigen wurden der Killwanger Gemeindeammann Werner Scherer sowie die Wettinger Einwohnerrätin Michaela Huser neu gewählt. Die SVP ist wegen des Wähleranteil-Verlusts nicht ganz zufrieden mit dem Wahlsonntag. «Eine Erklärung habe ich noch nicht, wir müssen das Ergebnis in den nächsten Tagen genau analysieren“, sagt Morach.

FDP: Minus ein Sitz und zwei Grossräte

Ein politisches Erfolgsjahr verbucht Adrian Schoop. Kurz nach der Wahl zum Turgemer Gemeindeammann ist er nun für die FDP sogar in den Grossen Rat gewählt worden. Einen bitteren Nachmittag erlebte Bezirksparteipräsident Norbert Stichert: Ihn ereilte dasselbe Schicksal wie seinem Kollegen Vock von der SP - er wurde abgewählt.

Tröstlich für Stichert wie für Vock: Sie beide sind auf dem ersten Ersatzplatz. Abgewählt wurde auch Johannes Jenny, der sich als Präsident von Pro Natura in jüngster Zeit mehrfach exponiert hatte. Ausschlaggebend war ein Verlust von lediglich 0,24 Wählerprozenten (neu: 15,65%).

Stichert zum Resultat: «2012 hatten wir von den Kandidaturen von Stephan Attiger und Thierry Burkart profitiert, die sehr viele Panaschierstimmen erhielten. Dennoch durften wir aufgrund der guten Prognosen hoffen, die fünf Sitze verteidigen zu können. Vielleicht hat diese gute Prognose die FDP-Wähler ein wenig bequem gemacht, offenbar haben wir es zu wenig geschafft, sie zu mobilisieren.»

CVP: Wetzel rutscht nach

Trotz leichtem Wählerverlust (minus 0,99%, neu: 16,58%) konnte die CVP ihre fünf Sitze halten. Als Bezirksparteipräsidentin der CVP erging es Susanne Voser besser als ihren Kollegen von der FDP und der SP. Sie schaffte nämlich zusammen mit allen Bisherigen die Wahl als Neue.

Weil es Markus Dieth in den Regierungsrat schaffte, kann der Ennetbadener Michael Wetzel gleich in den Grossen Rat nachrutschen. Hinter ihm lauert nun der Badener Reto Schmid auf dem ersten Ersatzplatz, der knapp vor den Wettinger Gemeinderat Roland Kuster zu liegen kam.

Zulegen konnten auch die Grünen, wenn auch nur mit 0,89 Wählerprozenten (neu 7,59%). Kim Lara Schweri schaffte die Wiederwahl problemlos. Mit deutlichem Abstand auf die folgenden wird die Badener Stadträtin Ruth Müri neu bei den Grünen in den Grossen Rat einziehen.

Die GLP brachte ihre beiden Bisherigen Sander Mallien und Ruth Jo. Scheier wieder in den Grossen Rat, vor Gian von Planta als erster Ersatz. Die Partei büsste 0,36 Wählerprozente ein (neu: 6,20%).

Unverändert bleibt die personelle Situation auch bei der BDP: Michael Notter und Fabian Hauser schafften die Wiederwahl, obschon die Partei einen Wähleranteilverlust von 0,90 Prozent (neu: 3,59%) hinnehmen musste, womit sie hinter die EVP zurückgefallen ist. Dort hat Lilian Studer ihren Sitz souverän halten könnten. Die EVP darf diesmal sogar einen kleinen Gewinn von 0,19 Wählerprozenten (neu: 3,99%) präsentieren.

Grafik: Elia Diehl