Kommentar

Bezirk Baden: Urbaner und «linker» gewählt

Der Kommentar von Roman Huber.

Der Kommentar von Roman Huber.

Die FDP muss den vor vier Jahren knapp gewonnenen fünften Sitz wieder abgeben. Entgegen dem kantonalen Trend verliert sie im Bezirk Wähleranteile. Die SVP (8 Sitze) verliert erneut ganz leicht, ebenso die CVP (5), doch beide hatten noch etwas Polster und hielten ihre Sitzzahl.

Den Verlust der BDP (-1%) dazugerechnet, haben die Bürgerlichen im Bezirk Baden deutlich an Boden verloren. Dagegen haben SP (+3,71), und Grüne (+0,89) zusammen fast fünf Wählerprozente dazu gewonnen, wobei es unter dem Strich nur zu einem einzigen Sitzgewinn des linksgrünen Lagers gereicht hat. Mit andern Worten: Der Bezirk Baden ist mit diesen Grossratswahlen etwas nach links gerutscht.

Grafik: Elia Diehl

Infogram: Grossratswahlen 2016: So haben die Parteien im Bezirk Baden abgeschnitten

Nun könnte man anführen, dass der FDP mit Stephan Attiger und Thierry Burkart zwei Zugpferde von 2012 gefehlt hatten, während die SP mit Max Chopard einen ehemaligen Nationalrat einspannen durfte. Zumindest für die SP, die gesamtkantonal zulegte, würde diese Begründung jedoch zu wenig weit greifen.

Es sind andere Signale, die das Wahlresultat abgeben und die womöglich im Hinblick auf die Gesamterneuerungswahlen der Gemeindeparlamente im Herbst 2017 interessant sein könnten. Im Bezirk Baden sind es die Themen und Probleme, mit der sich insbesondere die Zentrumsregion auseinandersetzen muss.

Da sind einmal der Verkehr und die Frage, wie dieser langfristig – Stichwort Oase (Ostaargauer Strassenentwicklung) – gelöst werden soll. In den grössten Gemeinden (Baden, Obersiggenthal, Spreitenbach, Wettingen) laufen Spar- und Steuerfussdiskussionen.

Das Wahlresultat könnte in einer urbanen Region, wo Bildung, Kultur und Kinderbetreuungsangebote eine grössere Bedeutung haben als in einer Landgemeinde, ein Zeichen dafür sein, dass man keinen weiteren Leistungsabbau möchte.

«Ich hab die letzten sechs Jahre in Bundesbern an Gesetzen gearbeitet, die jetzt im Kanton ankommen»

«Ich hab die letzten sechs Jahre in Bundesbern an Gesetzen gearbeitet, die jetzt im Kanton ankommen»

2015 wurde Max Chopard aus dem Nationalrat abgewählt. Jetzt schafft der SPler sein politisches Comeback im Aargauer Grossrat und freut sich auf die indirekte Fortführung seines Schaffens.

Meistgesehen

Artboard 1