Baden

Bezirksgebäude soll Facelifting erhalten – Einwohnerrat muss über 2-Mio.-Franken-Kredit befinden

Das Bezirksgebäude in Baden muss saniert werden.

Das Bezirksgebäude in Baden muss saniert werden.

35 Jahre nach der letzten Sanierung zeigt sich jetzt, dass die Gebäudehülle des Badener Bezirksgebäudes sanierungsbedürftig ist.

Normalerweise fahren täglich über 50'000 Fahrzeuge über die Badener Schulhausplatz-Kreuzung. Weil sich die meisten Lenker auf den Verkehr konzentrieren dürften, fällt ihnen das prächtige Bezirksgebäude an der Kreuzung wohl gar nicht besonders auf. Dabei steht dieses schon mehr als 150 Jahre an dieser Stelle, also deutlich länger als es die Kreuzung selbst gibt. In den Jahren 1856/1857 wurde es ursprünglich als Schulhaus nach den Plänen des Badener Architekten Robert Moser erstellt. 1984/1985 wurde das Schulhaus zum Bezirksgebäude umgebaut. Das Gebäude steht seit 1976 integral unter kantonalem Denkmalschutz. Bis zur Dislozierung ins nahe Falkengebäude im Jahr 2006, befand sich das Bezirksgericht im Gebäude. Heute wird das Bezirksgebäude ausschliesslich durch die Kantonspolizei genutzt. Im Dachgeschoss befindet sich das Bezirksgefängnis.

35 Jahre nach der letzten Sanierung zeigt sich jetzt, dass die Gebäudehülle sanierungsbedürftig ist, heisst es in der Kreditvorlage an den Badener Einwohnerrat, der Anfang Juni zum nächsten Mal tagt. «Die Fassade bildet die Schnittstelle zwischen Innen- und Aussenraum und ist starken äusseren Beanspruchungen, wie zum Beispiel Wind, Regen, UV-Strahlen oder grossen Temperaturschwankungen, ausgesetzt.» In erster Linie seien die in allen Fassaden auftretenden Risse augenfällig.

Gefängnis erfordert Sicherheitsmassnahmen

Die Gesamtkosten der Sanierung, die für die Jahre 2020/2021 geplant sind, belaufen sich auf 2,3 Millionen Franken. Abzüglich eines Subventionsbeitrags von 150'000 Franken von der kantonalen Denkmalpflege und einer Vergleichszahlung des Kantons in Höhe von 175'000 Franken verbleibt ein Nettokredit von knapp 2 Millionen Franken. Die Vergleichszahlung wurde ausgehandelt, weil infolge der Neugestaltung der Kreuzung von Sommer 2015 bis Sommer 2018 am Bezirksgebäude Rissschäden entstanden oder sich bereits vorhandene Risse vergrösserten.

Mit dem Sanierungskredit alleine ist es aber noch nicht getan. So wird jährlich mit Folgekosten in Höhe von 66'000 Franken gerechnet.

Die Stadt hat mit dem Kanton Aargau einen laufenden Mietvertrag bis mindestens 30. Juni 2023. Danach kann der Kanton als Mieter seinerseits eine weitere Option für fünf zusätzliche Jahre bis zum 30. Juni 2028 ziehen. Dass der Kanton diese zweite Option ausüben werde, sei gemäss Abklärungen der Abteilung Immobilien sehr wahrscheinlich, weshalb eine Sanierung im Leerstand unrealistisch sei, heisst es in der Vorlage weiter.

Die Sanierung wird deshalb unter Vollvermietung durchgeführt und in Abhängigkeit der Witterung rund zehn bis zwölf Monate in Anspruch nehmen. Dabei stelle die gleichzeitige Nutzung als Gefängnis eine besondere Herausforderung an die Umsetzung dar und habe in enger Absprache mit dem Gefängnisbetrieb zu erfolgen. So sind zum Beispiel während der Standzeiten des Gerüstes spezielle Sicherheitsmassnahmen erforderlich.

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