Bezirksgericht Baden
Nach Einbruchstour durchs Limmattal: Neunköpfige Verbrecherbande verurteilt

Über 20 Einbrüche gehen auf das Konto der Einbrecherbande, die sich heute Freitag vor dem Bezirksgericht in Baden verantworten musste. Neun Mittäter wurden verurteilt, drei werden ausgeschafft.

Merken
Drucken
Teilen

(luk) Es ist ein harter Schlag für den Drahtzieher der Verbrecherbande, einen 21-jährigen Kosovaren. Er wurde nach der Verhandlung am Bezirksgericht Baden direkt in Ausschaffungshaft genommen. «Mein Mandant findet es richtig, dass er für seine Taten angemessen bestraft wird», erklärt Pascal Felchlin, der Verteidiger des Hauptangeklagten gegenüber dem Regionalsender Tele M1. Den Landesverweis erachte er aber als «sehr hart». Schliesslich sei der 21-Jährige hier geboren und aufgewachsen, die Schweiz sei seine Heimat.

Damit liess sich das Bezirksgericht allerdings nicht erweichen. Nach einer Haftstrafe von vier Jahren ebenfalls das Land verlassen, muss ein 21-jähriger Mittäter. Noch im vorzeitigen Vollzug habe der Verurteilte versucht, seine Komplizen zu Falschaussagen anzustiften.

So behauptete etwa ein 24-jähriger Iraker, dass er der Bande lediglich als Fluchtwagenfahrer behilflich war. Auch er muss knapp vier Jahre ins Gefängnis und anschliessend das Land verlassen. Die übrigen Mitangeklagten wurden mehrheitlich zu Geldstrafen verurteilt.

Einenhalbjährige Einbruchstour im Limmattal

Während eines Zeitraums von eineinhalb Jahren gingen die Männer im Limmattal auf regelrechte Verbrechertour. Insgesamt 23 Einbrüche gehen auf das Konto der Männer, die zwischen 20 und 25 Jahre alt sind. Erst stiegen sie in Schulen ein, um etwa Laptops zu klauen. Später spezialisierten sie sich auf Shops für Mobilfunkgeräte. Die Deliktsumme der Diebstähle beläuft sich insgesamt auf 230'000 Franken.