Bezirksgericht Baden
Raser hält Wort und verzichtet auf Berufung gegen Gefängnisurteil

Eine schnelle Fahrt wurde einem 27-Jährigen zwischen Ehrendingen und Schneisingen zum Verhängnis. Nun ist das Urteil rechtskräftig.

Philipp Zimmermann
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Nach dem Tiefenwaag-Kreisel zwischen Ehrendingen und Schneisingen gab der Autofahrer zu viel Gas. (Symbolbild)

Nach dem Tiefenwaag-Kreisel zwischen Ehrendingen und Schneisingen gab der Autofahrer zu viel Gas. (Symbolbild)

Screenshot Google Street View

Anfang Dezember verurteilte das Badener Bezirksgericht einen 27-jährigen Raser zu einer teilbedingten Gefängnisstrafe von 16 Monaten – 6 Monate davon sprach es unbedingt aus. Nun steht fest: Das Urteil ist rechtskräftig. «Der Beschuldigte hat auf eine Berufungsanmeldung verzichtet», sagt Gerichtssprecherin Nicole Payllier. Den Verzicht auf einen Weiterzug des Urteils hatte er bereits an der Verhandlung vor dem Bezirksgericht angekündigt. «Ich würde das Urteil so annehmen», antwortete er dem Richter, der ihn auf die Möglichkeit einer teilbedingten Freiheitsstrafe ansprach. «Das ist vielleicht das eine Mal zu viel gewesen. Aber das Urteil würde mich stark zurückwerfen.»

Der eingebürgerte Kosovare war eines Nachts um 23.40 Uhr nach dem Tiefenwaag-Kreisel in Ehrendingen in Richtung Schneisingen abgebogen, ehe er Gas gab. Mit 153 km/h wurde sein Seat Leon ausserorts geblitzt. Nach Abzug der Toleranz blieben 146 km/h – das waren 66 km/h zu viel. Ab 60 km/h zu viel greift der Rasertatbestand.

Als Raser war der Mann zuvor zwar nicht in Erscheinung getreten. Zum Verhängnis wurden ihm aber seine Vorstrafen. Er kam als junger Erwachsener immer wieder mit dem Gesetz in Konflikt: Vermögens- und Drogendelikte, Diebstahl, Sachbeschädigung. Tätlichkeit, Raub.

Im Januar 2015 folgte der negative Höhepunkt: Er raubte mit einem Freund, beide vermummt, eine Frau in der Badener Kronengasse aus. Sie machten nur 50 Franken Beute, mit denen sie sich ein Taxi nach Hause leisteten. Die Polizei veröffentlichte das Bild einer Überwachungskamera beim Limmatsteg, das die Räuber zeigte. Der damals 21-Jährige erkannte sich wieder und stellte sich.

Vor Gericht zeigte er sich reuig. Den Drogen hatte er schon abgeschworen, eine Therapie erfolgreich hinter sich gebracht, sagte er. Das Urteil vom Februar 2016 lautete auf 12 Monate bedingt. «Sie sind haarscharf an einer unbedingten Freiheitsstrafe vorbeigeschrammt. Das ist Ihre letzte Chance», hatte ihm der Richter damals eingeschärft. Das Urteil zum Raub mit den 12 Monaten bedingt hat das Bezirksgericht im vergangenen Dezember nicht widerrufen. Hierzu sprach es eine Verwarnung aus.