Bezirksgericht Baden
Unter Drogeneinfluss mit dem Auto unterwegs: Angeklagter muss sich während langer Zeit bewähren

Wegen mehrerer Delikte stand ein Mann vor dem Bezirksgericht Baden. Er kommt mit einer bedingten Haftstrafe davon – die Probezeit ist aber lang.

Luca Giannini
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Ein Mann aus der Region fuhr mehrmals unter Drogeneinfluss und ohne Führerschein Auto.

Ein Mann aus der Region fuhr mehrmals unter Drogeneinfluss und ohne Führerschein Auto.

Symbolbild: Pixabay

Falsche Anschuldigung, mehrfache Verstösse gegen das Strassenverkehrsgesetz und das Betäubungsmittelgesetz: So lauteten die Vorwürfe gegen einen knapp 43-jährigen Schweizer aus der Region. In einem grauen Pullover und mit modischer Frisur erschien er zur Verhandlung am Bezirksgericht Baden vor Einzelrichter Christian Bolleter.

Im Moment ist er im Zentralgefängnis Lenzburg inhaftiert, zuvor war er wegen seiner Drogenabhängigkeit in einer Psychiatrischen Klinik untergebracht. Er sei zufrieden mit sich und auch die Entzugserscheinungen seien nicht mehr so stark, sagte der Angeklagte. Mit Drogen wolle er nichts mehr zu tun haben.

Bevor er sich im letzten Herbst selber in die Klinik einwies, soll der Angeklagte laut Staatsanwaltschaft Heroin und Kokain konsumiert haben und unter dem Einfluss dieser Substanzen mehrmals Auto gefahren sein. Laut Anklageschrift sei er nicht nur fahrunfähig gewesen, es habe ihm auch der Führerschein gefehlt. Eine Kontrolle der Fahrfähigkeit habe er vereitelt, die Verkehrsregeln verletzt und bei einer Polizeikontrolle die Personalien seines Bruders angegeben.

Zunächst wollte Einzelrichter Bolleter aber wissen, wie es zu dieser Ansammlung von Delikten kam, die alle im Sommer und Herbst des vergangenen Jahres geschahen. Vor vielen Jahren war der Angeklagte nämlich schon wiederholt mit dem Gesetz in Konflikt geraten.

Danach besserte er sich, auch von seiner damaligen Drogensucht kam er weg. Doch dann ging eine Beziehung in die Brüche, die langjährige Arbeitsstelle und schliesslich auch die Wohnung gingen verloren. Das alles und gemäss dem Angeklagten auch die eigene Schwäche führten dazu, dass er wieder Drogen konsumierte. So kam es auch zu den ihm vorgeworfenen Handlungen.

Einige davon gab er ohne Umschweife zu. Er meinte nur:

«Gott sei Dank ist nie etwas passiert.»

Anderem hingegen widersprach der Mann jedoch der Darstellung der Staatsanwaltschaft. So habe er jeweils gar nicht das Auto gelenkt, demzufolge könne ihm auch kein fahrunfähiger Zustand oder eine Verletzung der Verkehrsregeln vorgeworfen werden.

Fünf Jahre Probezeit und regelmässige Kontrolle

Der Verteidiger des Angeklagten plädierte denn auch auf Freispruch in mehreren Punkten. Die geforderte Strafe – 12 Monate unbedingte Freiheitsstrafe und 1000 Franken Busse – sei auf 7 Monate bedingt und 250 Franken Busse zu reduzieren. Mit einer langen Probezeit und einer Bewährungshilfe könne zudem die Resozialisierung seines Klienten ins Zentrum gestellt werden.

Einzelrichter Bolleter sprach den Angeklagten schliesslich in einigen Punkten frei, in anderen aber schuldig. Dem Antrag des Verteidigers kam er entgegen, indem er eine Bewährungshilfe und eine regelmässige Abstinenzkontrolle auf Drogen und Alkohol anordnete. Die Freiheitsstrafe wurde auf 9 Monate bedingt und die Busse auf 500 Franken reduziert. Die Probezeit beträgt 5 Jahre.

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