Baden
Bienenschwarm im «Kappi»-Quartier – wie gefährlich ist das?

In den Monaten Mai und Juni kommt es immer wieder vor, dass Honigbienen ausbüxen. Nachdem dies schon in Aarau passierte, ist dies auch im Badener Quartier Kappelerhof beobachtet worden.

Erna Jonsdottir
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Bienen, auf dem Symbolbild in der Wabe, schwärmen auch mal in Scharen aus. az

Bienen, auf dem Symbolbild in der Wabe, schwärmen auch mal in Scharen aus. az

Toni Widmer

«Summ, summ, summ, Bienchen summ herum», wer kennt es nicht, das beliebte Kinderlied aus dem 18. Jahrhundert.

Doch so schön der Gedanke an das summende Honigbienchen sein mag – ein surrender Bienenschwarm, der aus dem Nichts auftaucht, kann ganz schön Respekt einflössen.

Wie die «Schweiz am Sonntag» berichtete, hat kürzlich ein Bienenschwarm in der Aarauer Innenstadt für Wirbel gesorgt.

Vor wenigen Tagen war ein solches Naturspektakel im Quartier Kappelerhof zu beobachten. Was hat es auf sich, wenn tausende Bienen ausbüxen und was tun, sollte plötzlich ein Schwarm im eigenen Garten auftauchen?

Schwarmfänger im Einsatz

«Entweder gehen Sie so schnell wie möglich weg, oder Sie bringen sich in einem geschützten Raum in Sicherheit», sagt Florian Lerf, Kursleiter beim Bienenzüchterverein Baden.

Damit der Schwarm zurückgeholt werden kann, sollte sofort der zuständige Imker kontaktiert werden. Die Liste mit den Schwarmfängern ist auf der Internetseite des Aargauer Imkervereins zu finden.

Wer in einen Schwarm gerät, sollte versuchen, ruhig zu bleiben. Auf gar keinen Fall anfangen, herumzufuchteln.

Denn Bienen stechen in der Regel nur, wenn sie in Lebensgefahr sind. «Und auch wenn ein Schwarm sehr bedrohlich wirkt. Schwärmende Bienen stechen nicht drauf los. Sie sind sehr träge, weil sie Futter für drei Tage dabei haben», erklärt Lerf. In der Zeit müssen sie sich nämlich ein neues Zuhause suchen.

Der sogenannte Schwarmtrieb dient zur Verjüngung und zur Vermehrung des Bienenvolkes. Dieser Vorgang findet vor allem in den Monaten Mai und Juni statt, weil das Bienenvolk dann besonders gross und stark ist.

Lerf erklärt den Vorgang so: «Erachten die Bienen ihre Königin als zu alt, züchten sie eine neue heran.» Wenige Tage nachdem die neue Königin geschlüpft ist, verlässt die alte mit dem halben Volk den Bienenstock.

Der Schwarm, der aus bis zu 20 000 Bienen bestehen kann, sammelt sich später in der Nähe des alten Muttervolks als Schwarmtraube, beispielsweise in Baumzweigen. Dort legen sie eine Ruhepause ein, bis die Spurbienen eine geeignete Nistgelegenheit gefunden haben.

Jetzt kommt der Imker ins Spiel, der die Bienen am besten mit seiner Holzkiste einfangen kann, wenn sich die Bienen in diesem Trauben-Stadium befinden. «Wichtig ist, dass die Königin dabei ist, sonst fliegen sie alle wieder davon», sagt Lerf und lacht.