Herr Meier, ein harter und langer Winter liegt hinter uns. Gut fürs Biergeschäft, weil die Menschen nach Sonne und Bier lechzen?

Felix Meier: Genau. Im Idealfall erleben wir einen Frühling und Sommer wie 2003, als es nach dem Winter schnell sehr warm wurde und dieses Wetter lange anhielt. Man könnte sagen: Die Menschen sehnen sich nach Wärme und einem kühlen Bier.

Bestimmt war auch das letzte Jahr ein erfolgreiches dank des Stadtfestes?

In der Tat: Die Bilanz fällt sehr positiv aus. Alles hat reibungslos funktioniert, alle Rechnungen sind bezahlt und ich konnte das Fest - nachdem sich die Anspannung nach dem ersten guten Wochenende gelegt hatte - sogar selber geniessen. Auch dieses Jahr werden wir wieder als Getränkelieferant an Festen wie etwa dem Brugger Stadtfest oder am Zürifäscht präsent sein.

Ihrem Job haftet das Etikett des Traumberufes an. Wer möchte nicht auch Chef einer Bierbrauerei sein. Von welchem Beruf träumten Sie als Kind?

Als Siebenjähriger wollte ich bestimmt noch nicht Brauerei-Chef werden (lacht). Ich wusste aber schon damals, dass ich einen Beruf ausüben will, der mit Menschen zu tun hat und in dem kommunikative Fähigkeiten gefragt sind.

Wenn man mit Menschen zusammenarbeitet, sollte man diese gut führen können. Welches sind Ihre Führungsgrundsätze?

Als Chef muss ich natürlich Vorbild sein. Zudem gehe ich respektvoll, transparent und vor allem ehrlich mit meinen Mitarbeitern um.

Und welche Eigenschaften zeichnen Ihre Mitarbeiter aus?

Sie müssen kompetent, schnell und professionell arbeiten. Man darf nie vergessen, dass wir nur Erfolg haben, wenn jeder Mitarbeiter sein Bestes gibt. Als Beispiel nenne ich gerne unsere Chauffeure. Diese sind sozusagen die Visitenkarte unseres Unternehmens. Sie sind es, die unsere Marke nach aussen tragen und dem Unternehmen ein Gesicht geben.

Wie läuft es der Müller-Bräu-Brauerei?

In einem generell abnehmenden Markt verzeichnen wir ein kleines Wachstum. Das erlaubt es uns, unseren Bestand von rund 50 Mitarbeitern trotz immer grösser werdender Automatisierung konstant zu halten.

Was halten Sie eigentlich von Frauenquoten - wie hoch ist der Frauenanteil in der Geschäftsleitung?

Von Quoten halte ich überhaupt nichts. Für mich zählen vielmehr die Leistung und die Eignung einer Person für einen bestimmten Job. In der Geschäftsleitung sind im Moment nur Männer. Dafür setzt sich die Spedition zurzeit zu 100 Prozent aus Frauen zusammen.

Was sagen Sie zum Wirtschaftsstandort Aargau und Baden?

Eines verspreche ich: Die Brauerei und der Biergarten werden immer in Baden bleiben. Bei der Logistik sind aber neue Standorte durchaus möglich. Unsere zentrale Lage bringt zwar auch viele Vorteile mit sich. Doch der zunehmende Verkehr bereitet uns - wir haben rund 65 Lastwagenbewegungen pro Tag - zunehmend Mühe.

Haben Sie als Chef überhaupt Freizeit und wenn ja, wie füllen Sie diese?

Man muss sich die Freiräume schaffen, was mir auch gelingt. Ich liebe die Natur und gehe so oft als möglich wandern oder Ski fahren. Zudem habe ich mir zum Ziel gesetzt, jede Woche total sechs Stunden zu gehen.

Kommen Ihnen dabei die guten Ideen?

Absolut - doch nicht nur. Oft kommen mir gute Ideen nach persönlichen Gesprächen.