Gebenstorf
Big brother is watching you: Kameras sollen Vandalismus im Dorf verhindern

2013 hat die Gemeindeversammlung ja gesagt zur Videoüberwachung an vier Standorten. Warum sie erst jetzt installiert werden.

Stefanie Garcia Lainez
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An vier Standorten installiert die Gemeinde insgesamt zwölf Kameras – unter anderem bei der Mehrzweckhalle Brühl. az/archiv

An vier Standorten installiert die Gemeinde insgesamt zwölf Kameras – unter anderem bei der Mehrzweckhalle Brühl. az/archiv

Brigitte Widmer

Rund zwölf Kameras sorgen ab Ende November an vier verschiedenen Standorten in Gebenstorf für mehr Sicherheit. Die Gemeindeversammlung bewilligte 2013 dafür einen Kredit von 150 000 Franken. Nach drei Jahren werden die Kameras nun installiert.

«Gut Ding will Weile haben», schreibt die Gemeinde in einer Mitteilung. Das Projekt habe sich durch verschiedene Umstände verzögert. Gemeindeschreiber Stefan Gloor erklärt: «Es gab viele komplexe technische Fragen zu klären.» Beispielsweise, ob die Kameras per Kabel oder Funk betrieben werden, wie viele Kameras an den jeweiligen Standorten definitiv zum Einsatz kommen oder wer die Aufnahmen auswertet. Voraussichtlich wird die Stadtpolizei Baden Zugriff auf die Aufzeichnungen haben. So soll Missbrauch verhindert und der Datenschutz gewährleistet werden. «Das erforderliche Reglement dazu ist noch in Bearbeitung», sagt Gloor.

Die Kameras werden bei der Schulanlage Brühl, in der Unterführung «alter Löwen» sowie bei den Entsorgungsplätzen in Gebenstorf und Vogelsang installiert. Die Gemeinde will so potenzielle Vandalen abschrecken. Denn Vandalismus, Littering und Einbrüche haben in mehr als zehn Jahren einen Sachschaden von über 80 000 Franken verursacht. So klauten Einbrecher in Schulhäusern Laptops, brachen Kassen auf oder wollten einen Tresor knacken. Bei den Entsorgungsplätzen wurden regelmässig illegale Abfälle wie Alteisen hingestellt, was der Gemeinde Kosten verursachte. Und viele jüngere Schüler getrauten sich nicht mehr, die Unterführung zu benützen. Sie würden dort von älteren Schülern angepöbelt, sagte 2013 der damals zuständige Gemeinderat Guido Rufer gegenüber dem Badener Tagblatt. «Die Folge: Sie überqueren die Strasse, was gefährlicher ist.»

Trotz Kameras: Die Stadtpolizei und private Sicherheitsdienste werden weiterhin regelmässig an neuralgischen Stellen Kontrollen durchführen. «Wir haben damit gute Erfahrungen gemacht», sagt Gloor. «Sie wirken präventiv. Und vielleicht gelingt es mithilfe der Kameras, fehlbare Personen zu überführen.»

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