Birmenstorf
Der eine will das bestehende Team ergänzen, der andere will es aufmischen – so ticken die beiden neuen Kandidaten

Für die Gesamterneuerungswahlen in Birmenstorf haben sich vier bisherige und zwei neue Kandidierende gemeldet – nun verraten Marcel Zehnder und Hans-Jürgen Andermahr ihre Beweggründe und was sie vom Gemeinderat halten.

Sarah Kunz
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In Birmenstorf findet am 26. September eine Kampfwahl statt.

In Birmenstorf findet am 26. September eine Kampfwahl statt.

Archivbild: Sandra Ardizzone

Die Ausgangslage für die Gemeinderatswahlen in Birmenstorf vom 26. September ist spannend: Nachdem Fabian Wetter (parteilos) nicht erneut kandidiert und sich mit Marcel Zehnder (parteilos) und Hans-Jürgen Andermahr (SVP) zwei neue Kandidaten zur Verfügung stellen, kämpfen nun sechs Kandidierende um die fünf Sitze in der Gemeinde-Exekutive. Ebenfalls zur Verfügung stellen sich die Bisherigen Marianne Stänz (die Mitte), Urs Rothlin (FDP), Fabian Egger (die Mitte) und Martin Hofer (parteilos). Als Frau Gemeindeammann kandidiert erneut Marianne Stänz, als Vizeammann erneut Urs Rothlin.

Marcel Zehnder (parteilos).

Marcel Zehnder (parteilos).

Bild: zvg

Einer der Herausforderer ist der 52-jährige Marcel Zehnder – verheirateter Vater zweier Söhne, diplomierter Energietechniker und Partner beim Badener Velo-Fachgeschäft «Bike Zone». Zehnder ist in Birmenstorf aufgewachsen und vor sechs Jahren in das Dorf seiner Jugend zurückgekehrt. Er selbst sieht sich jedoch nicht als Herausforderer, sondern als parteilosen Brückenbauer: «Ich hoffe, dass die Kampfwahl nur unter uns Neuen ausgeführt wird», sagt Zehnder. «Würde ein bisheriger Gemeinderat wegen mir abgewählt, wäre mir das nicht recht.»

Marcel Zehnder: «Im Gemeinderat herrscht ein Miteinander»

Zehnder ist der Meinung, der Gemeinderat in Birmenstorf mache einen guten Job:

«Die Mitglieder wenden ihre Energie für das Dorf und für ihre Aufgaben auf, statt untereinander politische Kämpfe auszufechten. Es herrscht ein Miteinander.»

Damit das so bleibt, müsse sich das neue Mitglied gut in das bestehende Team einfügen. «Und ich bin überzeugt, dass ich mich gut integrieren würde», sagt Zehnder. An Gemeindeversammlungen habe er als Bürger schon diverse Anträge eingebracht, die jeweils gut angekommen seien – für ihn ein Beweis, dass er das Dorf und die Bevölkerung spüre.

Ohnehin bringe er einen Rucksack mit, der sein Engagement für die Bevölkerung unterstreiche: Zehnder ist derzeit Kassier im Verein BirmiPump, ehemaliger Präsident des Vereins Naturspielwald, sowie ehemaliger Präsident des Badener Vereins Kinderkrippen Kornhaus und Martinsberg. «Dieser Hintergrund ermöglicht es mir, einen wertvollen Beitrag zu leisten», sagt Zehnder und fügt an:

«Das Dorf ist in einem guten Zustand. Auf diesem Qualitätsniveau soll es mit einem neuen Mitglied weitergehen.»

Seine Hauptziele liegen vor allem in der Bildung sowie in einer vorausschauenden Finanz- und Investitionsplanung.

Andermahr: «Es braucht frisches Blut und neue Ideen»

Seit zwölf Jahren ist die SVP nicht mehr im Birmenstorfer Gemeinderat vertreten. Mit der Kandidatur von Hans-Jürgen Andermahr soll sich das ändern. Der 61-Jährige ist verheiratet, Senior Engagement Manager bei einem internationalen IT-Unternehmen, Mitglied der Schweizer Gesellschaft für Logistik und seit zwölf Jahren Wahl-Birmenstorfer – und eben klar bürgerlich orientiert. Mit seiner Kandidatur will er die Konkordanz wieder herstellen. Andermahr sagt:

Hans-Jürgen Andermahr (SVP).

Hans-Jürgen Andermahr (SVP).

Bild: zvg
«Der bisherige Gemeinderat macht keinen schlechten Job. Es ist aber ein eingespieltes Team, dem frisches Blut und neue Ideen nicht schaden.»

Und dieses frische Blut will Andermahr einbringen – und sich unter anderem für moderne Familien- und Arbeitsstrukturen sowie für attraktiven Wohnraum für junge Birmenstorferinnen und Birmenstorfer einsetzen.

Als OK-Mitglied des «Birmifäscht» 2017 hat er sein Engagement bereits unter Beweis gestellt. Im vergangenen Jahr war Andermahr zudem Mitinitiator eines Referendums gegen eine kommunale Steuererhöhung. Dazu sagt er: «Wer etwas verändern möchte, muss sich engagieren statt nur zu kritisieren.» Diese Einstellung war mitunter auch ausschlaggebend für seine Kandidatur als Gemeinderat. Er sagt:

«Das Dorf liegt mir sehr am Herzen. Ich möchte seine Attraktivität und die Lebensqualität bewahren.»

Bisherige Gemeinderäte erwarten Engagement und Fingerspitzengefühl

Beide Herren wollen sich also für ihre Wahlheimat einsetzen. Fest steht: Mindestens einer von ihnen wird künftig im Gemeinderat Einsitz halten – möglich ist auch, dass einer der bisherigen Gemeinderäte verdrängt wird und beide Kandidaten in die Exekutive einziehen.

So oder so erwarten die Bisherigen, dass sich der oder die neuen Gemeinderäte im Interesse der Einwohner einsetzen und bereit sind, gemeinsam Lösungen zu finden, wie Martin Hofer auf Anfrage mitteilt. Frau Gemeindeammann Marianne Stänz fügt an: «Ich freue mich auf neue Ideen und Impulse und wünsche mir auch bei abweichenden Meinungen eine vertrauensvolle Zusammenarbeit im Gemeinderats-Team.» Und Fabian Egger schliesst ab: «Vom neuen Kollegen erhoffe ich mir, dass er das Amt mit Engagement und Fingerspitzengefühl angeht und sich rasch ins äussert gut funktionierende Team eingliedert.»

Das sind die bisherigen Gemeinderäte, die erneut kandidieren:

Amtierende Frau Vizeammann: Marianne Stänz (die Mitte).
4 Bilder
Vizeammann Urs Rothlin (FDP).
Martin Hofer (parteilos).
Fabian Egger (die Mitte).

Amtierende Frau Vizeammann: Marianne Stänz (die Mitte).

Bilder: zvg

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