Birmenstorf
Traditionsbetrieb Lindmühle will ausbauen – dafür braucht es ein Ja der Gmeind

Die Inhaber der Lindmühle wollen ausbauen. Dafür ist eine Erweiterung der Spezialzone nötig. Über diese wiederum entscheidet die nächste Gemeindeversammlung.

Philipp Zimmermann
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Die Lindmühle wird seit Generationen von der Familie Lehmann betrieben. An das geschichtsträchtige Ursprungsgebäude wurde für die Verarbeitung von pestizidfreiem Getreide ein neuer Trakt angebaut. (30.06.2020)

Die Lindmühle wird seit Generationen von der Familie Lehmann betrieben. An das geschichtsträchtige Ursprungsgebäude wurde für die Verarbeitung von pestizidfreiem Getreide ein neuer Trakt angebaut. (30.06.2020)

Britta Gut

Der Schweizer Markt der Müllereibetriebe erfährt seit mehreren Jahrzehnten einen Konzentrationsprozess. Kleine Unternehmen verschwinden. Andere bauen aus, um auf dem Markt bestehen zu können. Das gilt auch für die «Alb. Lehmann Lindmühle AG» in Birmenstorf. Sie plant die Erweiterung ihres Standorts an der Reuss:

Dafür braucht das Traditionsunternehmen, das seit Generationen von der Familie Lehmann geführt wird, ein Ja der Gemeindeversammlung vom 3. November. Diese muss einer Teiländerung des Kulturlandplans bei der «Spezialzone Lindmühle» zustimmen. Anschliessend ist auch die Genehmigung des Regierungsrats nötig.

Urdinkel wird wieder verarbeitet

«Die Weiterführung des Betriebes durch die nächste Generation ist bereits gesichert», heisst es im Planungsbericht, den die Gemeinde zum Geschäft publiziert hat. Erstellt hat ihn die acroplan klg aus Ennetbaden im Auftrag der Alb. Lehmann Lindmühle AG. Zudem soll hier die Röllsammelstelle nach rund 30 Jahren wieder in Betrieb genommen werden, weil die Nachfrage nach Urdinkel stetig steigert.

Das Unternehmen hat eine standortgebundene Betriebslizenz für eine Dinkelröll- und Sammelstelle erhalten. Eine solche Lizenz wird nur Betrieben erteilt, die eine traditionelle Rölltätigkeit am Standort nachweisen können. Ein historisches Gutachten wies nach, dass der Müllereibetrieb seit dem 12. Jahrhundert besteht. Seit 700 Jahren wird hier Getreide gemahlen, seit Jahrhunderten Dinkel verarbeitet. Beim Röllen von Urdinkel wird das Korn vom Spelz getrennt.

Neue Verkehrserschliessung des Areals

Vorgesehen ist zudem eine neue Verkehrserschliessung im Einbahnverkehr. Gebaut werden soll eine rund 150 Meter lange Strasse, welche das Lindmühle-Areal mit einer Wegparzelle der Gemeinde verbindet. Aktuell ist das Areal über den Lindmühliweg weiter östlich erschlossen.

Das Traditionsunternehmen aus Birmenstorf hat bereits 2013 Landreserven gekauft, welche die Erweiterung ermöglichen. Es handelt sich um Gebäude mit Umschwung des unmittelbar benachbarten Landwirtschaftsbetriebes. Die Spezialzone Lindmühle konnte schon vor Jahren, dank der Zustimmung der Gmeind vom November 2005, ausgeschieden werden.

«Für die Gemeinde Birmenstorf ist die Alb. Lehmann Lindmühle AG als Arbeitgeberin und nicht zuletzt als Steuerzahlerin von hohem Stellenwert», heisst es im Bericht. Der Betrieb hat 33 Mitarbeitende (23 Vollzeitstellen). Bedeutung hat der Betrieb aber auch überregional. Die Lindmühle hat laut des Berichts den optimalsten Standort aller Mehlmühlen im Land. Im Umkreis von maximal 35 Kilometern würden 70 Prozent des in der Schweiz verwendeten Mehls zu Backwaren verarbeitet.

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