Birmenstorf
Birmenstorfer Tötungsdelikt: Staatsanwalt fordert Verwahrung

Am 15. Juli 2008 wurde ein 65-jähriger als «Wunderheiler» bekannter Mann in Birmenstorf brutal umgebracht. Nun, drei Jahre danach, hat die Staatsanwaltschaft Anklage auf Mord erhoben. Die Haupttäter sollen 17 respektive 20 Jahre hinter Gitter.

Merken
Drucken
Teilen
In diesem Haus in Birmenstorf wurde der 65-jährige «Wunderheiler» umgebracht (Bild: Archiv)

In diesem Haus in Birmenstorf wurde der 65-jährige «Wunderheiler» umgebracht (Bild: Archiv)

AZ

Am 15. Juli 2008 wurde Fritz S., ein 65-jähriger als «Wunderheiler» bekannter Mann, in seinem Haus in Birmenstorf auf brutalste Weise umgebracht. Nun, drei Jahre danach, hat die Staatsanwaltschaft Anklage auf Mord erhoben. Die Haupttäter sollen 17 respektive 20 Jahre hinter Gitter.

Die Haupttäter, ein heute 26-jähriger Schweizer mit türkischem Migrationshintergrund und ein heute 31 jähriger Türke, waren skrupellos: Einen Tag vor ihrer Tat besuchen die beiden Täter Wunderheiler Fritz S. in seinem Haus mit einem Mittelsmann und erschlichen sich sein Vertrauen.

Die Täter hatten zuvor einen Tipp einer Drittperson erhalten, der ihnen mitgeteilt hatte, dass Fritz S. über viel Geld verfüge. Die Täter planten daraufhin, den Schweizer an dessen Wohnort an der Mellingerstrasse in Birmenstorf zu berauben.

Opfer sass tot auf dem Stuhl

Dies vollstreckten sie nur einen Tag später, am 15. Juli 2008. Sie überwältigten Fritz S. und zwangen ihn, seinen Tresor zu öffnen. Darin fanden sie aber nicht das erhoffte Geld und auch am Bancomat konnten sie nur wenig Geld abheben.

Um vom Opfer nicht verraten zu werden, töteten sie den 65-Jährigen. Der «Wunderheiler» wurde gemäss Gerichtsmedizin erdrosselt. Die Leiche wurde an einen Stuhl gefesselt. Über den Kopf war ein Plastiksack gestülpt.

Fritz S. wurde von einem Paar, das im Obergeschoss wohnte, entdeckt, nachdem sie das Opfer schon längere Zeit nicht mehr gesehen hatten und misstrauisch wurde. Sie gingen deshalb in seine Wohnung und fanden Fritz S. tot auf. Der 65-Jährige galt im Dorf als Handaufleger und eine Art «Wunderheiler».

20 Jahre und 17 Jahre gefordert

Die Staatsanwaltschaft Baden hat nun Anklage auf Mord und weitere Delikte erhoben. Gegen die beiden Haupttäter verlangt sie 20 respektive 17 Jahre Freiheitsentzug. Danach soll einer der Haupttäter verwahrt werden.

Schon vor dieser Tat waren die beiden Täter keine Unschuldslämmer. Bei Befragungen gaben sie zu, auch für Raubüberfälle in Schinznach-Bad und Brugg verantwortlich zu sein sowie drei Einbruchdiebstähle in weitere Aargauer Geschäftsbetriebe begangen zu haben. Weiter gaben sie an, die Delikte wegen grosser finanzieller Schwierigkeiten und «wegen fehlenden Interesses an einer geregelten Arbeit», verübt zu haben.

Die Beurteilung obliegt dem Bezirksgericht Baden, das auch das Verfahren führt. Wann die Verhandlungen stattfinden, ist noch unklar. Die Angeklagten gelten bis zu einem rechtskräftigen Urteilsspruch als unschuldig. (pd/sha).