Kunstinstallation
Bis zu drei Meter hoch: Rohr-Skulpturen im Bäderquartier von Ennetbaden aus sichtbar

Das Baugesuch für die Kunstinstallation beim neuen Badener Thermalbad liegt öffentlich auf. Die Installation «Overspill» von Ilona Ruegg hat eine Gesamthöhe von drei Metern. Damit wird sie gar von Ennetbaden aus sichtbar sein.

Pirmin Kramer
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2,6 Meter hoch: Die beiden Skulpturen beim «Heissen Brunnen».

2,6 Meter hoch: Die beiden Skulpturen beim «Heissen Brunnen».

Zur Verfügung gestellt

In weniger als einem Jahr wird das Forty­seven eröffnen, das neue Badener Thermalbad. Das Gelände im Limmatknie wird durch ein zeitgenössisches Kunstwerk bereichert: Eine Jury hat sich für die Installation «Overspill» von Ilona Ruegg entschieden (die AZ berichtete). Seit dieser Woche liegt das Baugesuch öffentlich auf, wie der Website der Stadt Baden zu entnehmen ist.

Bei «Overspill» handelt es sich um zehn Edelstahl-Skulpturen mit Grössenordnungen von 60 Zentimetern bis zu drei Metern, die entlang der Promenade situativ platziert werden sollen. Gestalterisch erinnern die Skulpturen an Rohre, die um Glas- und Kunststoffelemente ergänzt werden. Eine der auffälligsten Skulpturen wird jene bei der Mauerbiegung vor dem Ärzte- und Wohnhaus sein, wie dem Baugesuch zu entnehmen ist: Mit einer Gesamthöhe von drei Metern und einem Grund­radius von 92 Zentimetern wird sie von Ennetbaden aus gut sichtbar sein. Diese Skulptur eröffnet den Limmatweg kurz nach der Limmatquelle.

Ebenfalls gut sichtbar – sowohl von Ennetbadener Seite als auch vom Terrassen­bad des Bottabades aus – wird die 2,6 Meter hohe Skulpturengruppe neben dem Heissen Brunnen sein. «Die Doppelskulptur kann identitätsstiftend für diese Bagni Popolari sein», schreibt die Künstlerin in der Baueingabe.

Die Arbeit will an die Vergangenheit erinnern

Metaphorisch spielt die Künstlerin laut Eigenaussage auf «die unsichtbare Unterwelt des Thermalwassers und auf das System der verschiedenen Quellen in den Bädern». Denn während früher Geysire und römische Quellfassungen sichtbare und rituelle Austrittsorte des Thermalwassers aufzeigten, verschwindet dieses heute in Rohrsystemen. Die Arbeit von Ilona Ruegg will also gleichsam an die Vergangenheit erinnern und das Verborgene von heute vor Augen führen.

Im Sommer wurde ein Wettbewerb durchgeführt. Ruegg setzte sich mit ihrem Werk gegen Ideen durch, die von acht Meter hohen «Landmarks» in Blitzform (Beat Zoderer, «Zack») bis hin zu Alu-Badeschlappen entlang der Promenade (Vincent Kohler, «Flip Plap Flop») reichten. Die Josef-und-Margrit-Killer-Schmidli-Stiftung finanziert den Wettbewerb mit 50000 Franken und die Realisierung des Kunstwerks mit bis zu 250000 Franken.