«Wir haben heute Abend Theateratmosphäre und Konzerthausklang erlebt», lobte Dirigent Karl Herzog nach dem Konzert. Es war nicht sicher, ob die für Schulsport und Veranstaltungen neu erbaute Halle den Ansprüchen der rund 60 Musiker genügen wird. Doch das tat sie. Die Erwartungen der Amateure und Profis wurden sogar weit übertroffen.

Nach 17 Jahren beengten Platzverhältnissen in der katholischen Kirche hatten sie ausreichend Platz auf der Bühne. Und das übertrug sich auf die Spielfreude der Musiker. «Früher, in der Kirche, war es notwendig, aus Rücksicht auf die Zuhörer die Lautstärke zu drosseln, jetzt mussten wir uns nicht mehr zurückhalten», sagte Herzog, der seine Truppe am Neujahrsabend als «sehr agiles Orchester» bezeichnete. Auch Präsident Philipp Merlo gab sich nach dem rund anderthalbstündigen Spiel gelöst. Eine Zugabe und lang anhaltender Applaus bewiesen: Das neue Konzertlokal kam beim Publikum gut an – die Atmosphäre des Neubaus und seine Akustik.

Werke russischer Komponisten

Dabei erlebten die zahlreichen Zuhörer ein Neujahrskonzert, das in der Region schon seit Jahren neue Massstäbe für Qualität setzt – beim musikalischen Niveau wie auch bei der Auswahl der Stücke. Herzog hatte sich für russische Komponisten entschieden – Nikolai Rimski-Korsakow und Modest Mussorgski.

Von Rimski-Korsakow war es das Werk «Capriccio Espagnol», von Mussorgski das berühmte «Bilder einer Ausstellung». «Es ist ein Werk, das fantasievolle Bilder in Klänge übersetzt», würdigte Marita Ehrler, die durchs Programm des Neujahrskonzerts führte. Als Klammer zwischen den Werken beider russischer Komponisten diente «Fantasia for Alto Saxofone» von Claude Thomas Smith. Als Solist glänzte Adrian Mülhauser. Seit 2013 unterstützt er das Blasorchester Gebenstorf auf dem Baritonsaxofon.

Informationen über Solisten, Stücke und Komponisten konnten die Konzertbesucher erstmals einem reich bebilderten Programmheft entnehmen. Darin sind alle vier musikalischen Grossanlässe des Ensembles beschrieben. Höhepunkt des Konzertjahres 2014 ist der Auftritt im Oktober im Trafo Baden. Dieser dient laut Merlo nicht nur dazu, Herzogs 20-jährige Dirigententätigkeit zu feiern. «Wir wollen damit auch erreichen, dass die Region von unserer musikalischen Qualität noch mehr Kenntnis nimmt.»