Wettingen
Blinder Schachspieler aus Wettingen setzt sich gegen Sehende durch

Willi Bolliger erreichte an der Schweizer Schachmeisterschaft in Grächen den 4. Rang. «Sehende haben den Überblick schneller», sagt der Wettinger über den Unterschied zwischen blinden und sehenden Schachspielern.

Corinne Rufli
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Schachspielen ist Willi Bolligers Leidenschaft.

Schachspielen ist Willi Bolligers Leidenschaft.

Emanuel Freudiger

«Ich war der einzige Blinde an der Schweizer Schachmeisterschaft in Grächen», sagt Willi Bolliger. Der Wettinger hat im Hauptturnier III – im Schach gibt es verschiedene Stärkeklassen – seinen bisher grössten Erfolg gefeiert. Gegen 100 Kontrahenten hat Bolliger den 4. Platz erreicht. «Ich freue mich sehr darüber», sagt er.

Im Blindenschach hat jeder Spieler sein eigenes Brett. Der Spieler macht darauf nicht nur seine eigenen Züge, sondern auch die des Gegners. So kann der Blinde jederzeit mit seinen Fingern «schauen», wo die Figuren stehen.

«Die Sehenden brauchten am Turnier ein paar Spielzüge, bis sie sich an die zwei Bretter gewöhnt hatten», sagt Bolliger. Die Spiesse von Sehenden und Blinden seien nicht ganz gleich lang. «Sehende haben den Überblick über das Schachbrett schneller.»

Bolliger ist Mitglied der Schachgesellschaft Baden und des Blindenschachklubs Zürich. Dieses Jahr konnte er neben dem Erfolg an der Schweizer Schachmeisterschaft auch den Titel als Schweizer Meister der blinden Schachspieler verteidigen. (CRU)