Baden
Blitzkasten bei der Schiefen Brücke wurde wohl regelrecht in die Luft gesprengt

Noch weiss die Polizei nicht, wer vor drei Tagen den Blitzkasten bei der Schiefen Brücke zerstört hat. Der Kasten soll so schnell wie möglich ersetzt werden – wöchentlich entgehen der Stadt mehrere Tausend Franken Busseinnahmen in.

Martin Rupf
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In der Nacht auf den 1. August wurde der Blitzkasten bei der Schiefen Brücke in Baden komplett zerstört. Der Sachschaden beläuft sich auf rund 20000 Franken.

In der Nacht auf den 1. August wurde der Blitzkasten bei der Schiefen Brücke in Baden komplett zerstört. Der Sachschaden beläuft sich auf rund 20000 Franken.

Was Anwohner der Redaktion bereits gemeldet haben – «ich hörte einen lauten Knall» –, wird von der Kantonspolizei nun bestätigt. Der am frühen Samstagmorgen komplett zerstörte Blitzkasten bei der Schiefen Brücken in Baden ist wohl einer Sprengung zum Opfer gefallen. «Wir haben Spuren von Schwarzpulver gefunden», sagt Kapo-Mediensprecher Roland Pfister. Das sei übrigens auch der Grund, weshalb die Kapo die Ermittlung der Täterschaft übernommen habe und nicht etwa die Stadtpolizei, welcher der Kasten eigentlich gehört. «Bisher tappen wir aber noch im Dunkeln; auch sind keine Hinweise über die Täterschaft bei uns eingegangen», sagt Pfister.

Der Sachschaden beläuft sich auf rund 20 000 Franken. «Der Blitzkasten soll in den nächsten Wochen wieder installiert werden», sagt Max Romann, stellvertretender Polizeikommandant bei der Stadtpolizei Baden. Dass der Kasten so rasch als möglich wieder ersetzt werden soll, kommt wohl nicht von ungefähr: Im letzten Jahr nahm die Stadt bei knapp 2000 Bussen rund 200 000 Franken ein. Das ergibt pro Woche einen Ausfall von rund 4000 Franken.

Auch wenn es Kantons- und Stadtpolizei nicht bestätigen wollen: Es deutet wohl alles auf einen (teuren) 1.-August-Lausbubenstreich hin. Doch selbst wenn ein Automobilist den Kasten gezielt zerstört haben sollte, weil er kurz zuvor geblitzt worden war, dürfte ihm das nichts gebracht haben. «Die Fotoaufnahmen der geblitzten Autos sind nicht zerstört; wir konnten sie sichern», sagt Max Romann.

Patrouillen kontrollieren die Brücke

Seit über acht Jahren – solange ist die Brücke schon für den motorisierten Individualverkehr gesperrt – hat der Kasten Verkehrssünder auf frischer Tat ertappt. Dabei blieb er bisher von Zerstörungen verschont. Nur einmal wurde die Kameralinse zugeklebt und einmal wurde das Versorgungskabel durchgetrennt.

Seit Jahren nimmt die Anzahl der ausgestellten Bussen bei der Schiefen Brücke aber ab. Waren es 2010 noch 4662 Bussen, 2013 noch 2374 wurden letztes Jahr gerade noch 1961 Fahrzeughalter gebüsst. Immerhin zeigt sich die Stadtpolizei dann kulant, wenn ortsunkundige nach der Brücke wenden und gleich nochmals geblitzt werden – ihnen wird nur eine Busse von 100 statt 200 Franken aufgebrummt.

Wird die Schiefe Brücke – jetzt, wo nicht geblitzt wird – zur grossen Ausweichroute? Max Romann nimmt allen Verkehrs-Tricksern die Hoffnung: «Bis der Kasten wieder da ist, werden wir regelmässig mit Patrouillen präsent sein.»

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