Mellingen
Blockierter Ausbau: Nun gibts einen Ausweg fürs blockierte Alterszentrum

Beim blockierten Alterszentrum „Im Grüt“ in Mellingen soll es endlich weitergehen. Gemeinderat, Altersheim-Verein und Baukommission des Alterszentrums präsentieren eine Lösung für den strittigen Tägerigerweg.

Sabina Galbiati
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Für das Alterszentrum gibt es einen Lichtblick, allerdings ist Geduld gefragt. (Archiv)

Für das Alterszentrum gibt es einen Lichtblick, allerdings ist Geduld gefragt. (Archiv)

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Eigentlich hätten die Baumaschinen beim Alterszentrum «Im Grüt» längst auffahren sollen. 14 zusätzliche Wohnungen mit 20 Betten sind geplant. Bislang sind sie wegen einer Beschwerde blockiert. Streitpunkt ist der Tägerigerweg als Zufahrtsstrasse. Im jüngsten Entscheid kam der Regierungsrat zum Schluss: «Die rechtlich verfügbare Fläche des Tägerigerwegs» genüge im Bereich der Zufahrt bis zum Alterszentrum nicht den minimalen Anforderungen.

Zur Erinnerung: Thérése Bächer-Hirt hatte Einsprache gegen das Bauvorhaben Alterszentrum gemacht, weil der Tägerigerweg rechtswidrig genutzt wird. Ihr gehört ein Streifen des Weges. Dieser wurde in den 80er-Jahren der Landwirtschaftszone zugeordnet. Bächer-Hirt verlangt unter anderem, dass dieser Streifen rückgebaut wird. Allerdings besitzt die Gemeinde ein Fuss- und Fahrtwegrecht, für das sie der Beschwerdeführerin alle fünf Jahre eine Pauschalentschädigung zahlt.

Der Gemeinderat und der Altersheim-Verein zusammen mit der Baukommission des Alterszentrums demonstrierten an der gestrigen Medienorientierung im Rathaus insbesondere in zwei Punkte Einigkeit: Man sei zwar vom Entscheid des Regierungsrates enttäuscht, «wir akzeptieren jedoch das Urteil und werden es nicht weiterziehen», sagte Gemeindeammann Bruno Gretener. Er fügte hinzu, dass der Gemeinderat sich der schwierigen Situation des Tägerigerwegs durchaus bewusst gewesen sei.

Man sei davon ausgegangen, dass eine Strasse, welche die letzten Jahrzehnte genügt hatte, dies auch mit einem bescheidenen Mehrverkehr tue.» Baukommissionspräsident des Altersheim, Leo Peterhans bezifferte diesen auf 15 Autos pro Tag. Gemeinderat, Baukommission und Verein setzten auf die Verhältnismässigkeit. «Doch der Regierungsrat hat nun das Gewicht stärker auf formaljuristische Punkte gelegt», sagte Gretener.

Kreditantrag im Sommer

Der zweite Punkt: «Wir wollen nun vorwärtsmachen», sagt Gretener. Der Gemeinderat hat bereits ein Ingenieurbüro mit der Ausarbeitung eines Erschliessungsplans für den Tägerigerweg beauftragt. Damit kann zwar von einem Durchbruch noch keine Rede sein. Doch einen Lichtblick gibt es für den Altersheim-Verein und das Zentrum allemal. Denn sobald der Erschliessungsplan rechtskräftig ist, wird der Gemeinderat an der Gemeindeversammlung einen Kreditantrag für den Tägerigerweg unterbreiten.

«Wir hoffen, dass wir an der Sommergmeind 2016 den Kreditantrag zur Abstimmung bringen können», sagt Gretener. Allerdings sei man sich bewusst, dass es auch bei diesem Verfahren zu Einwendungen kommen könnte und damit zu Verzögerungen. Diesbezüglich will der Gemeinderat insbesondere mit der Beschwerdeführerin Thérèse Bächer-Hirt das Gespräch suchen. «Vielleicht ist es möglich, dass wir in einzelnen strittigen Punkten eine Einigung erzielen». Vereinspräsident Peter Fessler sagte dazu: «Wir erwarten von der Beschwerdeführerin, dass sie mitmacht und das Projekt nicht verzögern wird.»

Der Gemeinderat geht davon aus, dass spätestens, wenn der Baukredit für den Tägerigerweg genehmigt ist, auch die Baubewilligung für das Alterszentrum erteilt werden kann. «Das jetzige Baugesuch wird sich nicht oder nur ganz minimal ändern», sagt Peterhans. Angesichts der Zukunftsaussichten zeigte er sich, verhalten optimistisch: «Wir haben bereits rund 400 000 Franken in das Projekt investiert.»

Das Geld sei zwar nicht verloren, aber der Ausbau werde sich voraussichtlich um zwei bis drei Jahre verzögern. Das Risiko: «Wenn wir von einer Bauteuerung von jährlich zwei bis drei Prozent ausgehen, dann haben wir einen Kostensprung von bis zu zehn Prozent.» Dann werde der Vorstand möglicherweise einen Nachtragskredit bewilligen müssen, und dann wird er sich die fragen müssen, ob das Projekt noch wirtschaftlich ist.

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