Würenlos
Blog «Würenblicker» soll digitaler Stammtisch werden

Peter Früh berichtet seit Januar 2013 online über Leben und Politik in der Gemeinde. Der Blog «Würenblicker» ist heute quasi ein digitales Dorfblatt.

Alexander Niedrist
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«Es macht mich stolz, dass unsere Beiträge auch Wochen später noch gelesen werden.» Peter Früh, Gründer des Blogs

«Es macht mich stolz, dass unsere Beiträge auch Wochen später noch gelesen werden.» Peter Früh, Gründer des Blogs

Alexander Niedrist

Vor zwei Wochen feierte der «Würenblicker» sein einjähriges Bestehen. Die Website ist heute wie ein digitales Dorfblättchen für Würenlos. Peter Früh, der 13 Jahre lang als Präsident des Kulturkreises Würenlos amtete, hat den Blog ins Leben gerufen: «Mein Konzept ist es, über die Politik und das Leben in Würenlos zu berichten.» Die Themen sind vielfältig: die «nicht sehr schöne» Weihnachtsbeleuchtung, ein Zwischenzeugnis für den neuen Gemeinderat oder ein bissiger Kommentar zu fehlenden Unterständen auf den Perrons. Mit der Serie «Ein Blick in Würenloser Stuben» beantwortet er aber auch die Frage, wie Herr und Frau Würenloser leben. «Es wird kein Blatt vor den Mund genommen», sagt Früh «wir reden Klartext.»

Als ehemaliger Journalist beim Badener Tagblatt oder beim Tagesanzeiger wollte er den «Würenblicker» vorerst alleine betreiben. Heute wird der Rentner jedoch bereits von vier Schreibern – Freunden aus Würenlos – unterstützt. Denn bereits nach nur einem Jahr und mit minimalem Werbeaufwand ist der Blog heute in Würenlos sehr beliebt. «Ich habe nur anfangs mit Plakaten und wenigen Inseraten für Aufmerksamkeit gesorgt.» Mit einschlagendem Erfolg: Plötzlich sei er von den Leuten im Dorf auf den Blog angesprochen worden. Die Besucherzahlen stiegen schnell. «Seit Oktober besuchen pro Monat 7000 Personen unsere Seite», sagt Früh. «Das macht mich natürlich sehr stolz.»

Schlafender digitaler Stammtisch

So soll es weitergehen. «Ich suche fleissige Schreiber aus dem Dorf», sagt Peter Früh. Die Arbeit im Team sei spannender und bringe vielfältige Inputs und Ansichten zu Themen – nicht nur über Würenlos. Wie bei einer Zeitung werden die Themen jeweils in einer Redaktionssitzung besprochen. Mit weiteren Autoren will der studierte Jurist vor allem auch eine stärkere Teilnahme der Würenloser Bevölkerung an Diskussionen erreichen. Denn auf dem Blog können die Beiträge kommentiert werden. «Es wäre ein digitaler Stammtisch, wo alle ihre Meinung äussern könnten», sagt er. Nur wird dieser bisher eher selten genutzt. Früh ist aber zuversichtlich, dass sich das ändern wird.

In nächster Zukunft plant Peter Früh, seine Internetseite auch für das Smartphone zu optimieren, um auch jüngere Würenloser zu erreichen. «Wichtig ist aber, dass wir auch in Zukunft pro Woche mindestens einen Beitrag online stellen», sagt Früh und fügt schmunzelnd an: «Der Stoff wird uns sicherlich nicht ausgehen, dafür ist Würenlos viel zu lebendig.»

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