Neuenhof
BNO noch nicht über Zielstrich – Entscheid fällt im März 2017

Im März 2017 wird die ausserordentliche Gemeindeversammlung über die Gesamtrevision der Bau- und Nutzungsordnung entscheiden.

Roman Huber
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Revidierte BNO: Entwicklungsareal Härdli (blau), Hochhauszonen (gelb), Langacher (grün, ganz links, wird nicht eingezont).

Revidierte BNO: Entwicklungsareal Härdli (blau), Hochhauszonen (gelb), Langacher (grün, ganz links, wird nicht eingezont).

zvg

Die Gesamtrevision der Bau- und Nutzungsordnung (BNO) der Gemeinde Neuenhof schwenkt nach sechs Jahren Arbeit auf die Zielgerade ein. Am 27. März 2017 wird darüber an einer ausserordentlichen Gemeindeversammlung abgestimmt.

Von den insgesamt 40 Einwendungen, die unter anderem von der IG Wohnliches Neuenhof stammen, haben inzwischen aufgrund von Verhandlungen zu Anpassungen und Nachbesserungen geführt.

Langacher wird nicht eingezont

Die umstrittenen Punkte: Der Gemeinderat verzichtet darauf, das gegen Killwangen gelegene Gebiet Langacher einzuzonen. Dieses Landwirtschaftsgebiet hätte als Erholungszone und allenfalls für Sportanlagen genutzt werden sollen. Auch wurde der Langacher als möglicher Ausweichort für die Familiengärten im Härdli gehandelt.

Eigentümer befürchteten zudem, dass mit einer solchen Einzonung dereinst eine Erweiterung des Siedlungsgebietes verhindert würde. Mit seinem Beschluss weist der Gemeinderat nun auf die Möglichkeit einer späteren Einzonung hin. Diese wäre dann über eine Teilrevision der BNO denkbar, wenn der Gestaltungsplan für das Härdli vorliegt und die Erkenntnisse daraus eine Einzonung des Langachers als sinnvoll erscheinen liessen.

Als umstritten gilt nach wie vor die Umzonung des Areals Härdli entlang der Limmat. Der Gemeinderat betrachtet das Areal als Entwicklungsschwerpunkt. Bei einer Entwicklung des Gebiets soll der Erholungsraum Limmatufer geschützt und aufgewertet werden. Die Ortsbürgergemeinde als Landeigentümerin hat bereits an ihrer Versammlung den gemeinderätlichen Antrag in einer Konsultativabstimmung unterstützt und eine Umzonung von der Zone für öffentliche Bauten und Anlagen in eine gemischte Wohn- und Arbeitsplatzzone befürwortet.

IG will Härdli nicht «opfern»

Nach Meinung der IG Wohnliches Neuenhof stellen jedoch die rund 100 Familiengärten wie auch die Tennisplätze eine für Neuenhof bedeutende Wohn- und Lebensqualität dar, die nicht für eine Bebauung geopfert werden soll. Der Gemeinderat wird aber an einer gesamtheitlichen Entwicklung des Härdli festhalten. Wenn auch das Härdli eingezont werden soll, so wolle man auf diesem heiklen Areal sorgfältig vorgehen. Laut Gemeindeammann Susanne Voser wird dort der Weg über einen Wettbewerb und dann über einen Gestaltungsplan-Prozess führen, der mehrere Jahre dauern werde.

Vor der Gemeindeversammlung im März wird der Gemeinderat nochmals über das revidierte Planwerk orientieren. Dies hatte er bereits vergangenen August vor der öffentlichen Auflage getan. Die Eigentümer sind ausserdem im Vorfeld angeschrieben und mitsamt der Bevölkerung in den Revisionsprozess einbezogen worden. Hauptanliegen der Revision ist ein «qualitatives Wachstum», wie es nach der von Baden abgelehnten Fusion mit Neuenhof in der «Strategie vorwärts» formuliert wurde.

Kanton signalisiert grünes Licht

Beim Kanton hat die revidierte BNO anlässlich der Vorprüfung ein «Sehr gut» erhalten. «Der Kanton hat sie als zukunftsorientiert und den Prozess der Revision als vorbildlich bezeichnet», sagt Voser. Die Differenzen zwischen den Vorstellungen des Gemeinderates und der IG Wohnliches Neuenhof seien nicht ganz aus dem Weg geräumt, jedoch reduziert worden. Das Hochhauskonzept wurde allerdings bereits vor der öffentlichen Auflage von sieben möglichen auf drei ortsbaulich betrachtet «sinnvolle Standorte» reduziert worden.

Als neu und zukunftsweisend bezeichnet Susanne Voser den Wirkungsbericht, der gemäss Nutzungsordnung nach fünf Jahren vorgelegt werden muss. Damit soll im Sinne einer zwingenden Qualitätskontrolle auch auf der Zeitachse überwacht werden, ob die Entwicklung hinsichtlich Siedlungs- und Freiraumqualität sowie Innen- und Nachverdichtung in der Bau- und Nutzungsplanung gewährleistet ist.