Stadtfest
Bombastische Hymnen und sphärische Klänge

Die Stadtmusik Baden und Videokünstler Walo Wittwer lassen in ihrer Aufführung «Klangschichten – Schichtklänge» Musik und Licht verschmelzen.

Ursula Burgherr
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Die Kirche erstrahlt durch die Lichtshow in verschiedensten Farben.

Die Kirche erstrahlt durch die Lichtshow in verschiedensten Farben.

zvg

Die üppige barocke Kulisse im Innenraum der katholischen Stadtpfarrkirche ist in türkisfarbiges und gelbes Licht getaucht und wirkt märchenhaft. Die Bänke sind bis auf den letzten Platz gefüllt. Plötzlich mischt sich Marschmusik ins Stimmengewirr. Ein Corso aus Trommlern und Piccolospielern zieht durch das Eingangstor. Das aus einem Prolog und drei Sätzen bestehende Œuvre «Lumières» wurde von Jean-François Michel extra für das Badener Stadtfest komponiert.

«Es ist ein modernes Werk, das sich jedoch stark an den romantischen Impressionismus lehnt», erklärt der musikalische Leiter Christian Noth. Das Stück wird von unterschiedlichsten Klangnuancen und Stimmungen geprägt und fordert der Stadtmusik Baden ihr ganzes Können ab. Bombastische Hymnen der gesamten Formation gehen nahtlos über in sanfte und bisweilen sphärische Klänge; Roland Doldt (Flügelhorn) und Hans-Ulrich Bühler (Sopransaxofon) spielen ihre Soli ausserhalb des Orchesters. Und immer wieder ertönt die Orgel von Antje Maria Traub.

Lichter tanzen an den Wänden

Die Zuschauer werden akustisch von allen Seiten in Musik eingehüllt. Im Rhythmus der verschiedenen Klangschichten wird der Innenraum von Walo Wittwer und Max Kriegleder mit Licht bespielt. Riesige schneeflockenartige Gebilde tanzen auf den Wänden, Pfeiler und Säulen werden von leuchtenden Girlanden umrankt. «Wir arbeiten für unsere Installation mit fünf Beamern und LED-Lampen und haben Lichtszenarios und Projektionen kreiert, die genau zur Architektur der Kirche passen», sagt Walo Wittwer.

Das Publikum war nach 30 Minuten Vorstellung ganz entrückt. Begeistert zeigten sich auch Besucher, die sonst weder Blasmusik- noch Klassik-interessiert sind. Noth: «Wir möchten den Leuten die Vielfalt moderner Blasmusik näherbringen». Das ist der Stadtmusik gelungen.