Region Baden

Bombendrohungen - Ermittlungen laufen auf Hochtouren

Polizei musste Stadthaus räumen. (Archiv)

Polizei musste Stadthaus räumen. (Archiv)

Knapp drei Wochen nach den Bombendrohungen an vier Gemeindeverwaltungen in der Region Baden laufen die Ermittlungen auf Hochtouren. Klar ist: Es war ein und derselbe Täter, der das E-Mail an die vier Gemeinden verschickte.

Baden, Wettingen, Neuenhof und Spreitenbach: Gleich vier Gemeindeverwaltungen erhielten am Freitag 8. Mai eine Bombendrohung per E-Mail. Glücklicherweise stellte sich schnell heraus, dass es sich um leere Droh-Botschaften handelte. Doch als wäre es der Aufregung nicht genug, rief am Sonntag danach eine Frau bei der Polizei an und behauptete, in der Coop-Filiale im Untergeschoss des Bahnhofs Aarau gäbe es eine Bombe. Auch das ein Leerläufer.

Inzwischen konnte die Polizei die mutmassliche Täterin festnehmen. Ob sich die Frau von den E-Mail-Drohungen motivieren liess, also eine Nachahmertäterin ist, klärt die Staatsanwaltschaft derzeit noch ab. «Dass die Frau etwas mit den E-Mail-Bombendrohungen zu tun hat, schliessen wir aus», sagt Fiona Strebel Sprecherin der Aargauer Staatsanwaltschaft.

Rückverfolgung oft unmöglich

Derweil laufen die Ermittlungen im Fall des E-Mail-Schreibers auf Hochtouren. Sie gestalten sich allerdings schwieriger, als man annehmen würde. «Anders als im Krimi ist es auch für unsere IT-Forensiker trotz aller Technik oft unmöglich, die Herkunft solcher E-Mails zurückzuverfolgen», erklärt Bernhard Graser, Mediensprecher der Kantonspolizei Aargau.

Wegen Bombendrohung musste das Badener Stadthaus evakuiert werden.

Wegen Bombendrohung musste das Badener Stadthaus evakuiert werden. (8. Mai 2015)

Er veranschaulicht die schwierige Ausgangslage, mit der die Forensiker konfrontiert sind: Man kann sich vorstellen, wie gering die Erfolgsaussichten sind, wenn eine E-Mail aus einem Internet-Café, beispielsweise aus Thailand, abgeschickt wird.» Da würden auch die Spezialisten der Kapo nicht weiter kommen.

Beim E-Mail, das Anfang Mai an die vier Gemeinden verschickt wurde, handelt es sich um ein und dasselbe Mail, das an mehrere Empfänger verschickt wurde. «Wir gehen deshalb eher von einer Person aus und nicht von mehreren Tätern», sagt Graser.

Weiter geht die Kapo davon aus, dass der Mail-Verfasser aus einer der vier betroffenen Gemeinden kommt. Weil der Inhalt des E-Mails sehr kurz sei, könne man mit dem Inhalt kein eindeutiges Täterprofil erstellen. «Auch die Motive lassen sich aus dem Inhalt nicht erschliessen», sagt Graser. «Wir wissen nicht, ob diese Person ein Behördenhasser oder ein Trittbrettfahrer ist», sagt er.

Wegen der verschickten E-Mails mussten das Stadthaus Baden und die Gemeindeverwaltungen in Wettingen, Neuenhof und Spreitenbach geräumt und die Gebäude durchsucht werden. «Was der polizeiliche Aufwand gekostet hat, haben wir noch nicht errechnet», sagt Graser. Die Fahndung nach der Täterschaft habe Priorität.

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