Es ist bereits dunkel und eisig kalt. Der frostige Wind weht über die Wettingen Weinhänge und bläst einem gnadenlos um die Ohren. Weit weg hört man leise das gleichmässige Brummen des Strassenverkehrs, sonst ist es friedlich und still. Nur vom Weingut «Grafeguet» erklingen gut gelaunte Stimmen und fröhliches Gelächter. Mehrere Dutzend Besucher stehen Schulter an Schulter um die zwei grossen Lagerfeuer vor dem Weingut und geniessen die Wärme der Flammen im Gesicht. Die einen schlürfen die dampfende Gerstensuppe, während andere versuchen, ihr Schlangenbrot nicht anbrennen zu lassen (die Pfadi-Zeiten sind bei einigen offensichtlich schon länger her).

Einige der Besucher kennen sich, andere kommen in der Lagerfeuer-Runde automatisch ins Gespräch. «Genau so soll es sein», erklärt der Co-Organisator Domenic Keller. «Mit der ‹Bonfire Session› möchten wir den Gästen eine ehrliche, offene und ungezwungene Atmosphäre bieten.» Natur, Kultur und Gesellschaft sind die drei Themen der Kultur- und Konzertreihe, die Keller gemeinsam mit seinem Freund, dem Gemeinderat Sandro Sozzi, organisiert.

«Struber» Tag brachte die Idee

Auf die Idee gekommen sind die beiden vor rund einem Jahr. «Nach einem struben Tag haben wir spontan den Rucksack gepackt, sind auf die Lägern gewandert und haben ein Lagerfeuer gemacht», erzählt Keller. Das Ambiente hat ihnen gutgetan und genau an diesem positiven Gefühl wollen sie die Gäste der «Bonfire Sessions» teilhaben lassen. Neben dem Lagerfeuer, dem feinen Essen und Getränken gehört auch Kultur dazu. Für die erste Session in diesem Jahr wurde extra die britische Indie-Folk-Band «The Natterjacks» eingeflogen. Zwei weitere Anlässe mit dem gleichen Format sind in diesem Jahr geplant. «Die nächste Session soll am 9. Juni stattfinden», verrät Keller. Das grosse Geld machen die beiden mit der Organisation nicht – im Gegenteil: «Möglich sind diese Anlässe nur dank Partnern, den vielen freiwilligen Helfern und viel Herzblut.»

Musik erwärmt die Stimmung

Wegen der Kälte findet das Konzert ausnahmsweise drinnen statt, wo sonst der Hofladen untergebracht ist. Mit Lichterketten und Kerzenschein haben die Organisatoren den Raum in ein charmantes Konzertlokal verwandelt. Kaum fangen die beiden Jungs von «The Natterjacks» zu spielen an, ist der Hofladen erfüllt mit herzerwärmender Stimmung und schon bald ist die Kälte vertrieben.

Mit ihren fetzig-romantischen Songs zaubern die Musiker den Gästen ein Lächeln aufs Gesicht. Die Lagerfeuer-Stimmung ist den ganzen Abend spürbar und eine angenehme Abwechslung zum sonst so hektischen Alltag.