Hochbetrieb in der Garderobe kurz vor der Plattentaufe. Bonnie & the groove Cats verstärkten ihre Band für den Gig in der Stanzerei mit drei Bläsern, Tänzerinnen und Backing Vocals – sie wollten auf der Bühne richtig die Post abgehen lassen.

Vorerst wurden aber noch die Petticoats zurecht gebüschelt, und Bonnie liess sich im Retrolook schminken: Eyeliner – tiefschwarz mit dem typischen Bogen am Ende. Ihre Endlosbeine steckten in Netzstrümpfen und Highheels. Bonnie ist ihm wahren Leben Sandra Erne, stammt aus Ennetbaden, hat ein Psychologiestudium absolviert und arbeitet in einem Atelier für geistig und körperlich behinderte Menschen. Weil sie mit diesen viel singt, fragte sie Ueli Hofstetter (auf der Bühne Gitarrist Buster Kay), ob er ihr ein paar Gitarrengriffe beibringen könnte.

Und dieser war sofort begeistert von ihrer samtigen Gesangstimme. Zusammen mit Chris Wiedemeier (Jessie Jay, Bass) und Attila Seifert (Sticky Woods, Schlagzeug) gründeten sie ihre Band und bilden nun den festen Kern von Bonnie & the groove Cats.

Band besteht seit 15 Monaten

Nach gerade mal 15-monatigem Bestehen kann die Formation bereits ihre erste CD «Go Cat Go» einweihen. «Ein Meilenstein», meinte Bonnie, «in dem viel Herzblut steckt. Ich bin wahnsinnig nervös.» Ihren Sound nennt die Aargauer Band Stylish Rockabilly. «Wir spielen Musik aus den 50er-Jahren, sind aber offen im Geist und lassen auch modernere Stilrichtungen einfliessen», erklärte Hofstetter. Er arbeitet neben seiner grossen musikalischen Leidenschaft Teilzeit bei einer Verwaltung und wohnt in Lupfig.

Auf der Bühne der Stanzerei heizte die Band dann mit Coverversionen wie «Train kept’a Rolling» von Johnny Burnette ein, gab aber auch selber geschriebene Stücke in Mundart zum Besten. Zum Beispiel den Song «Vergiss es», den Bonnie schrieb, weil der strenge Papa ihr als Halbwüchsige immer vieles verboten hatte. Treibende Bass- und Gitarrenrhythmen, Schlagzeug-Stakkati, satte Bläsersätze und wunderbare Vocals: Eigentlich waren alle Zutaten für ein gutes Konzert vorhanden.

Doch irgendwie fehlte eine besondere Note, wie das berühmte Salz in der Suppe. Stimmung kam in den hintersten Rängen nicht auf. Ganz vorne dafür umso mehr. Rockabilly-Sound ist eben pure Geschmackssache und vielen fehlt der Bezug zur Musik aus den 50er-Jahren. Dass sich Bonnie & the groove Cats trotzdem an diesen Stil wagen, daraus etwas Eigenes kreieren und das Konzept konsequent durchziehen, verdient Respekt. Hofstetter zum Schluss: «Das Wichtigste ist, dass wir die Begeisterung und Liebe für die Gruppe nie verlieren; alles andere ergibt sich.»