Gut viereinhalb Monate nach der Badenfahrt 2017 ist es so weit: Der Kurzfilm «Breaking Badenfahrt» feiert heute Premiere im «Royal». Die Badener Produktionsfirma Maybaum Film hat in Zusammenarbeit mit dem Badenfahrt-Organisationskomitee eine komödiantische, fiktionale Dokumentation geschaffen – eine sogenannte Mockumentary.

Die Hauptrolle im 12-minütigen Kurzfilm spielt der bekannte Badener Schauspieler Hansrudolf Twerenbold, der für sein Schaffen 2011 mit dem «Kunstpreis des Kantons Aargau» ausgezeichnet wurde.

Die Story: Der 78-jährige «Tweri» ist überzeugt, dass eine mysteriöse Kraft in den Badenern alle zehn Jahre eine endlose Motivation und Arbeitswut weckt. Tweri sorgt sich, dass die Badener nach dem zehntägigen Volksfest in eine Depression verfallen, welche die Stadt ruinieren könnte. «Tweri» glaubt fest, jemand habe das Grund- und Quellwasser mit Drogen angereichert, um die Feststimmung anzukurbeln.

Auf der Suche nach der Wahrheit befragt er unter anderem den ehemaligen Stadtammann Geri Müller, Badenfahrt-OK-Präsident Adi Hirzel oder Sepp Schmid, der im realen Leben für viele Badener als der wahre Mister Badenfahrt gilt.

30 ehrenamtliche Helfer

Die Anspielung auf die erfolgreiche US-Serie Breaking Bad findet sich in erster Linie im Visuellen, wie im Filmplakat oder in der Logoanimation im Film. «Es gibt aber sonst keine inhaltlichen Parallelen zur Serie», sagt Produzent Michel Alraun.

Rund 30 Helfer haben an der Produktion gearbeitet – die allermeisten ehrenamtlich. Obwohl der Film durchaus auch kritisch die Frage aufwirft, ob die Badenfahrt 2017 etwas zu gigantisch ausgefallen ist, soll die Produktion in erster Linie die schönen Erinnerungen an das zehntägige Volksfest wecken.

«Der Film ist eine Herzensangelegenheit und eine Hommage an die Badenfahrt, mit der wir den Helfern und Organisatoren des Fests danken wollen», sagt Alraun, der mit Maybaum Film auch den Videoclip zum offiziellen Badenfahrtsong gemacht hat.

Die grösste Herausforderung bei den Dreharbeiten seien die Szenen im Festgelände selber gewesen. «Wir mussten nicht selten eine Szene wiederholen, weil Festbesucher ungeschickt ins Bild liefen oder im Hintergrund gar den Clown machten.»

Damit habe man natürlich rechnen müssen, wenn ein Volksfest zur Kulisse wird. «Die Zusammenarbeit mit einem gestandenen Profischauspieler wie Hansrudolf Twerenbold hat uns aber mehr als entschädigt», sagt der 37-jährige Filmemacher.

Premiere auf dem Riesenrad

Hauptdarsteller Hansrudolf Twerenbold gefällt das Resultat: «Der Film ist witzig und gibt einen guten Eindruck vom Fest.» Er habe sich sehr gefreut, dass er die Hauptrolle spielen durfte, zumal er als Badener bereits 1947 seine erste Badenfahrt erlebte. «Ich konnte gut mit der Figur ‹Tweri› mitfühlen, denn ich hatte teilweise selber etwas Mühe mit dem Gigantismus der letztjährigen Badenfahrt», sagt Twerenbold und fügt an: «Dennoch war es alles in allem ein grossartiges Fest.» Besonders beeindruckt habe ihn die Begeisterung der Helfer beim Aufbau der Beizen. «Das war sehr schön zu beobachten und die Begeisterung hat einen mitgerissen.» Eine persönliche Premiere erlebte der 78-Jährige zum Schluss.

Er fuhr im Rahmen der Dreharbeiten zum ersten Mal in seinem Leben Riesenrad und das erst noch während des grossen Abschlussfeuerwerks. «Das war ein tolles Erlebnis.»

Zur Premiere im Royal wird «Breaking Badenfahrt» der Öffentlichkeit von 19 Uhr bis 23 Uhr stündlich gezeigt. Dazwischen wird «Ouroborus», die Projektion, die während der Badenfahrt auf den Stadtturm projiziert wurde, als Film gezeigt. Der Eintritt ist gratis. Nach der Premiere können Interessierte den Film auf Youtube jederzeit schauen.

Ursprünglich war es ein grosser Traum des Maybaum-Film-Teams, einen richtigen Kinospielfilm mit der Badenfahrt-Kulisse zu drehen. «Obwohl wir mit dem Schweizer Drehbuchautor Michael Sauter ein grandioses Drehbuch entwickeln konnten, sind wir bei der Finanzierung gescheitert», sagt Alraun ohne Umschweife.

Die kurze Vorlaufzeit von nur einem Jahr habe nicht gereicht, um am Marktplatz Schweiz einen Kinospielfilm auf die Beine zu stellen. Dennoch ist er optimistisch: «Mit genügend Vorlaufzeit, lässt sich ein solches Projekt allenfalls bei der nächsten Badenfahrt umsetzen.»