Neuenhof
Bringt die CVP den Gemeinderatssitz in Neuenhof unter Dach?

Der Wahlkampf mit Markus Hächler (CVP) und Hansruedi Krüttli (parteilos) wird von vielen Emotionen begleitet. Denn nicht wenigen ist die Machtposition der CVP seit langem ein Dorn im Auge.

Roman Huber
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Markus Hächler will für die CVP in den Gemeinderat.

Markus Hächler will für die CVP in den Gemeinderat.

Der CVP Neuenhof bläst derzeit ein starker Wind entgegen. Sie hat mit Markus Hächler kurz nach der angekündigten Demission von Gemeinderat Daniel Schibli sehr früh ihren Anspruch auf «ihren» Sitz kundgetan. Um so weniger hatte die CVP Freude, als sich dann mit Hansruedi Krüttli, dem Bruder des früheren Finanzverwalters, noch ein parteiloser Gegenkandidat aufstellen liess.

Das hat all jenen Rückwind verliehen, denen die Machtposition der CVP seit langem ein Dorn im Auge ist. Der letzte Machtkampf in der Gemeinde liegt ja erst ein knappes Jahr zurück. Da hatte die CVP als Nachfolgerin für Gemeindeammann Walter Benz die vormals freisinnige Sankt Galler Kantonsrätin und Gemeinderätin Susanne Schläpfer-Voser aufgestellt. Parteiwechsel und Nomination waren für die politische Gegnerschaft der CVP Stein des Anstosses. Schläpfer, die in Neuenhof ihre Wurzeln hat und dort aufgewachsen ist, holte in den Parteifarben der CVP als Neue gegen die bisherige Gemeinderätin Petra Kuster Gerny die Kastanien für die Partei aus dem Feuer.

Es geht um die Persönlichkeit

Hiess es da und dort «alle gegen die SVP» steht nun der Wahlkampf um den Gemeinderatssitz vielmehr unter dem Titel «alle gegen die CVP-Dominanz». In verschiedenen Leserbriefen wird dieser Machtkampf aufgegriffen, der darin gegipfelt haben soll, dass einem Wirt mit dem Boykott gedroht worden sei, wenn er nebst dem Krüttli-Plakat im Lokal keines von Hächler dulden würde.

Exekutivwahlen sind erfahrungsgemäss eher Persönlichkeitswahlen, bei denen die Parteifarbe im Hintergrund steht, besonders wenn beide Kandidaten bürgerlich sind. Für die Wählerschaft steht die Fähigkeit im Vordergrund, dieses Amt optimal und zum Wohl der Gemeinde ausüben zu können. Er sehe sich keineswegs als Parteisoldat, erklärt Markus Hächler, der ungewollt in dieses Schussfeld geraten ist. Auch seinem Kontrahenten geht es primär darum, dem Stimmberechtigten eine echte Wahl zu ermöglichen.

Nach dem Wahlsonntag dürften die politischen Grabenkämpfe, bei denen es vor allem um erlaubte oder nicht erlaubte Wahlplakate und Dominanz geht, wieder beendet sein.

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