Stetten
Brücke in fünf Tagen und bei Hochwasser gebaut

Im Juni 2013 haben Pioniere der Zivilschutzorganisation Reusstal-Rohrdorferberg die einsturzgefährdete Brücke bei der ARA Stetten ersetzt. Sie verbindet einen Wanderweg entlang der Reuss.

Erna Jonsdottir
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Juni 2013: Pioniere der ZSO Reusstal-Rohrdorferberg bauen die Brücke über einen Reussarm bei der ARA Stetten. Die Balken werden auf der bestehenden Metallkonsturkion montiert
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Die Pioniere des ZSO Reusstal-Rohrdorferberg bei der Arbeit
Die Wanderroute 84 von Mellingen nach Bremgarten führt über die schönste Brücke des Kantons
Die Brücke ist aus unbehandeltem Holz, teils Eicheholz
Zivilschützer bauen in Stetten Brücke bei Hochwasser

Juni 2013: Pioniere der ZSO Reusstal-Rohrdorferberg bauen die Brücke über einen Reussarm bei der ARA Stetten. Die Balken werden auf der bestehenden Metallkonsturkion montiert

ZVG

Vor dem Gemeindehaus in Künten schlägt ein neuer Baum Wurzeln. Gepflanzt wurde er gestern, zur Ehre von acht Pionieren der Zivilschutzorganisation (ZSO) Reusstal-Rohrdorferberg. Sie bauten während fünf Tagen im Juni 2013 unter schweren Bedingungen bei der Abwasserentsorgung ARA Stetten eine Brücke über einen Nebenarm der Reuss. Die Brücke ist nicht irgendein Konstrukt: Eine Jury des Schweizerischen Zivilschutzes hat sie diesen Frühling zur schönsten Brücke des Kantons Aargau gekürt. Dies im Zusammenhang mit dem 50-Jahr-Jubiläum, das der Schweizerische Zivilschutz dieses Jahr feiert.

Insgesamt 50 Brücken wurden anlässlich des Jubiläums durch Zivilschutzorganisationen schweizweit gebaut – sechs davon im Kanton Aargau. Die Brücke in Stetten hebt sich nicht nur optisch von den anderen Brücken ab. Die Jury war sich einig: Der Milizgedanke zähle. Ein solches Wahrzeichen während eines WKs und innert so kurzer Zeit zu erstellen, verdiene den 1. Preis. «Die Leistung der Pioniere ist eine schöne Anerkennung und ehrt unsere Organisation», sagt Marc Schmiedhauser, Kommandant der ZSO Reusstal-Rohrdorferberg. Ihm sei gar nicht bewusst gewesen, dass der Brückenbau quasi ein Wettbewerb mit Prämierung sei. «Umso erfreuter war ich, als ich die positive Nachricht über den 1. Preis erhielt.»

Alter Steg war einsturzgefährdet

Der Bau der Brücke war jedoch bereits unabhängig des Jubiläums geplant. «Horst Sager, Geschäftsleiter des Vereins Schweizer Wanderwege, hatte uns angefragt, ob wir die verwitterte Brücke auf dem Wanderabschnitt Route 84 ersetzen könnten», erklärt Schmiedhauser. Die Wanderroute Mellingen-Bremgarten führt bei der ARA Stetten über einen Holzsteg, der teilweise morsch und einsturzgefährdet war. «Wir konnten zwei Fliegen aufs Mal klatschen», sagt Schmiedhauser, «also einen Auftrag des Vereins Wanderwege umsetzen und gleichzeitig am Jubiläumsprojekt des Schweizerischen Zivilschutzes teilnehmen».

Im letztjährigen Juni-WK der ZSO Reusstal-Rohrdorferberg war es dann so weit: Unter der Leitung des Zugführers Markus Wenger und des Gruppenführers Jan Schenk erstellten die Pioniere die Holzbrücke. Bevor diese auf der vorhandenen Stahlkonstruktion montiert werden konnte, musste die marode Brücke abgerissen werden. Eine Arbeit, die aufgrund des Hochwassers im Sommer 2013 herausforderte und nicht ungefährlich war. «Hätte der Regen damals nicht nachgelassen, wäre der Bau unmöglich gewesen.» Die Kosten von 5000 Franken hat der Verein Aargauer Wanderwege übernommen.