Ennetbaden/Rieden

Brüder brauen an der Limmat Hopfen und Malz zusammen

Die Brüder Andreas (l.) und Sebastian Niessner brauen Bier aus Leidenschaft.

Brauerei Malz Maul in Baden

Die Brüder Andreas (l.) und Sebastian Niessner brauen Bier aus Leidenschaft.

Zwei Hobbybrauer verkaufen in ihrem Start-up-Unternehmen «Malz Maul» im Oederlin-Areal ihr eigenes Bier

Dicke graue Wolken verhängen den Himmel, Autos ziehen auf der Badstrasse am orangen Backsteingebäude vorbei. In der Luft liegt der Geruch von Malz. Wohl kaum einer weiss: Im Oederlin-Areal in Ennetbaden/Rieden wird Bier gebraut.

Seit August befindet sich im alten Industriegebäude die Brauerei «Malz Maul». Heute Samstag veranstaltet diese einen Rampenverkauf. «Wir sind eine Hobbybrauerei mit Passion», sagt Inhaber Sebastian Niessner (40). Zusammen mit seinem Bruder Andreas (43) betreibt er das Start-up-Unternehmen.

Durch das Tor Nummer zwölf führt der Weg in die kleine Brauerei. Dort wird in drei silbernen Braukesseln Gerstensaft hergestellt. «Speziell ist, dass wir nie zweimal das gleiche Bier produzieren», erklärt Niessner. Denn bei «Malz Maul» wird das Hopfengetränk saisonal gebraut. Im bescheidenen Raum stapeln sich gelbe Kanister. Jede Flasche ist sorgfältig mit einer Papieretikette versehen: «Die machen wir von Hand, das gibt dem Bier einen urbanen Touch.»

Bierbrauer Sebastian Niesser bei der Arbeit.

Bierbrauer Sebastian Niesser bei der Arbeit.

Von der Küche in die eigene Brauerei

Angefangen hat alles vor sechs Jahren in der heimischen Küche. «Ich mochte Bier immer sehr gerne und begann als eine Art Experiment zu brauen», erklärt Niessner. Schnell verschob sich das Ganze in die Garage und sein Bruder fing an mitzuhelfen.

«Unser Vorbild waren die mittelalterlichen Bierbrauer – mit einfachsten Mitteln, stellte man damals Bier her.» Doch so bescheiden blieb das Unterfangen nicht, schon bald musste ein grösserer Raum her und die Brüder mieteten sich in einer Garage in Turgi ein. «Das Gebäude war aber nicht isoliert, was das Brauen erschwerte», erklärt Niessner.

Brauerei soll nicht expandieren

Seit diesem Sommer mischen die beiden nun Hopfen und Malz im Oederlin-Areal zusammen. «Das war am Anfang ein kahler Raum», sagt Niessner und blickt stolz in seiner kleinen Brauerei umher. Wasserleitungen und Gestelle, alles mussten die Brüder selber aufbauen.

Der Aufwand habe sich gelohnt, bereits sei die urbane Kleinbrauerei selbsttragend. Expandieren wollen die Bierbrauer aber nicht. «Es ist unsere Passion und wir wollen unabhängig bleiben», so Niessner. «Wir brauen Bier, das qualitativ hochwertig ist und uns schmeckt.» So arbeiten beide und gehen meist abends in die Brauerei.

Geschmack verändert sich mit der Zeit

Einen neuen Sud setzen sie jeden Monat auf. Wobei maximal 270 Liter Bier auf einmal gebraut werden können. Dabei wird es ungefiltert in die Flaschen abgefüllt und gärt dort eine Weile weiter. «Deshalb verändert sich der Geschmack mit der Zeit.» Während es anfangs besonders intensiv schmecke, verliere es mit der Zeit an Bitterkeit. «Unser Bier muss man geniessen wie einen guten Wein.»

Verkauft wird das Hopfengetränk momentan vorwiegend an Privathaushalte. «Wir werden aber an der Badenfahrt 2017 einen eigenen Stand betreiben», sagt Niessner. Auch die Rampenverkäufe wollen die Brüder alle sechs Wochen veranstalten.

Verwandte Themen:

Meistgesehen

Artboard 1