Die Abteilung Tiefbau muss wie alle Abteilungen der Stadt ihre steigenden Kosten in Grenzen halten. Nun startet sie in den Gebieten Allmend/Münzlishausen und Rütihof einen Pilotversuch. In der Nacht auf den 13. Januar 2014 von 1 bis 5 Uhr werden beide Stadtteile stockdunkel bleiben.

Ab dann schaltet die Regionalwerke AG Baden von Sonntag bis Freitag die Lichter ab. Bis April soll der Versuch andauern. Ausgenommen sind die Nächte am Wochenende. «Damit sparen wir nicht nur Geld, sondern auch Energie und wir tun etwas Gutes für die Umwelt», sagt Martin Koch, Leiter der Abteilung Tiefbau.

Bis zu 100'000 Franken sparen

Vier Stunden Dunkelheit in diesen Stadtteilen spart pro Jahr 25 000 bis 30 000 Franken oder 150 000 Kilowattstunden. Das ist jedoch erst der Anfang. Läuft der Pilotversuch gut, sollen 2015 weitere Quartiere folgen. Die Stadt könnte pro Jahr Energie im Wert von bis zu 100 000 Franken sparen. Das entspricht einem Fünftel der jährlichen Beleuchtungskosten der ganzen Stadt.

In einer ersten Phase habe man bei vergleichbaren Gemeinden wie Dietikon, Thalwil oder Brugg Erfahrungsberichte gesammelt. Koch ist zuversichtlich: «Die Gemeinden, die bereits solche Lichterlöschen eingeführt haben, machten durchwegs positive Erfahrungen. Es habe deswegen nicht mehr Einbrüche oder Überfälle gegeben und auch die Verkehrssicherheit sei nach wie vor gewährleistet.

Skeptisch Vereinspräsidenten

Etwas zurückhaltender äussern sich die beiden Präsidenten der Quartier- bzw. Dorfvereine. Das Tiefbauamt hat sie vor rund einer Woche über das Projekt «Lichterlöschen» informiert. Daniel Schneider, Präsident des Dorfvereins Rütihof, sagt: «Was die Sicherheit betrifft, habe ich noch Bedenken, weil es gerade im Winter nachts auch Nebel hat, der die Sicht beeinträchtigt.»

Man müsse aber abwarten und schauen, wie die Dunkelheit tatsächlich wirke. In diesem Punkt sind sich Nick Marolf, Präsident des Quartiervereins Allmend/Münzlishausen, und Daniel Schneider einig. Auch wollen sie gerade in der fast viermonatigen Testphase ein offenes Ohr für die Bewohner haben und deren Bedenken und Ängste dem Tiefbauamt weiterleiten.

Erschwerte Arbeit für Stadtpolizei

Auch mit der Kantons- und Regionalpolizei hat das Tiefbauamt Rücksprache genommen. «Natürlich hat die Stadtpolizei bei unserem Vorschlag keine Freudensprünge gemacht, weil die Dunkelheit die Arbeit der Patrouillen erschwert», sagt Koch. Trotzdem habe man von der Stadtpolizei grünes Licht bekommen.Die Kantonspolizei habe derweil keine Bedenken geäussert, sagt er.