Baden

Bruggerstrasse: 192 Jahre alter Friedhof erhält frisches Kleid

Am Montag startet die Sanierung und Aufwertung des Friedhofs an der Bruggerstrasse. Dabei darf die Anlage aber ihren verwunschenen Charakter nicht verlieren. Die Familiengräber bleiben bestehen.

Die Eibenkegel wirken an dem grauen Morgen wie müde Riesen. Seit Jahrzehnten stehen die Wahrzeichen des alten Friedhofs an der Bruggerstrasse in Reih und Glied, umgeben von Engeln, Kreuzen und anderen Grabsteinen, an denen die Zeit nicht spurlos vorübergegangen ist: Einzelne von ihnen sind sturzgefährdet, genauso wie die Umfassungsmauer entlang des Damianwegs.

«Es besteht dringender Handlungsbedarf», sagt Thomas Stirnemann, Leiter Werkhof der Stadt Baden. Ab Montag wird der Friedhof saniert und aufgewertet.

Spielplatz erhält mehr Fläche

«Der Friedhof soll als gepflegte Parkanlage in Erscheinung treten, die einerseits als ruhige Oase dient und andererseits über eine Spielzone verfügt», sagt Stirnemann. Innerhalb der Parkanlage werde deshalb zwischen einer ruhigen Parkzone und einer Spielzone unterschieden.

Interview mit Werkhofleiter Thomas Stirnemann.

Interview mit Werkhofleiter Thomas Stirnemann.

Der verwunschene Friedhof dürfe dabei aber seinen Charakter nicht verlieren. Als Projektleiter hat sich Stirnemann über längere Zeit mit den Grabmalen auseinandergesetzt. «Wir haben jedes Einzelne auf seinen Zustand, seine Bedeutung, seine künstlerische und kunsthistorische Wichtigkeit beurteilen lassen.»

Dabei habe sich bei ihm eine grosse Faszination für den Friedhof entwickelt. Nebst bedeutenden Badener Familien habe sogar eine rumänische Prinzessin ihre letzte Ruhe dort gefunden.

Sanierung der Familiengräber

Die Familiengräber werden bis auf wenige Ausnahmen unter Beibehaltung ihres heutigen Charakters saniert; sturzgefährdete müssen neu gesetzt werden. «Die über die ganze Parkanlage verteilten Grabmale bleiben bestehen. Sie tragen zum speziellen Charme der Anlage bei.»

Die Umfassungsmauer des Friedhofs ist ein kommunal geschütztes Kulturobjekt. «Deshalb wird sie repariert und teilweise ersetzt», erklärt Stirnemann. Erneuert werden müsse die Hecke entlang des Damianwegs.

Weiter wird der bestehende Spielplatz vergrössert und mit neuen Spielgeräten ergänzt. «Der Quartierplatz wird mit Pflanzen und einer Sitzmauer aufgewertet.»

Und: Der Brunnen beim Eingangsportal wird neu in Betrieb genommen und die WC-Anlage saniert. Ziel sei es, den sanierten Park am 24. August mit dem Quartierverein Martinsberg einzuweihen.

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