Noch plaudern die beiden Tanten beim Tee mit dem Polizeichef und scheinen keinem Menschen ein Haar krümmen zu können. Doch die alten Damen haben im wahrsten Sinne des Wortes ein paar Leichen im Keller.

Dem mörderischen Treiben der Brewster Familie können Theaterfans ab Freitag in der schwarzen Komödie «Arsen und Spitzehübli» zusehen. Als Mundartversion wird das Stück vom dramatischen Theaterverein Untersiggenthal in der Mehrzweckhalle aufgeführt.

«Wir möchten unseren Zuschauern keinen Klamauk, sondern ein anspruchsvolles Stück bieten», sagt Regisseur Albrecht Haldimann. Besonders bekannt wurde das in den dreissiger Jahren entstandene Stück von Joseph Kesselring durch seine Verfilmung 1944 – mit Cary Grant in der Hauptrolle.

Mit Teegeschirr, Weinkaraffe und Polstergruppe wird die Bühne der Mehrzweckhalle zum Wohnzimmer der Brewster Familie umgestaltet. Alle Requisiten sind vor Ort und bereit für ihren grossen Auftritt.

«Viele Dinge sind aus unserem Fundus, aber einiges haben wir neu besorgt», sagt Haldimann. So habe er gemerkt, dass es gar nicht so einfach sei, eine Pistolenattrappe zu beschaffen.

Für die Amateurschauspieler gilt es nun, sich an die Bühnenkulisse zu gewöhnen. «Ein verändertes Setting reisst viele Spieler schneller aus ihrer Figur», erklärt Haldimann.

Ebenfalls müssen sich die Darsteller an ihre Kostüme gewöhnen: Statt Jeans tragen sie nun Röcke und Anzugshosen. Doch die vierzehn Laienschauspieler lassen sich von diesen Hindernissen nicht unterkriegen. Voller Elan, Ehrgeiz und mit viel Freude am Spiel wird das Stück geprobt.

Die Texte sitzen bereits sehr gut, nur ab und zu muss der Souffleur aushelfen. Bereits seit Mitte August proben sie das Stück zwei Mal in der Woche.

Der Nachwuchs fehlt

«Eigentlich wollten wir dieses Jahr gar nicht auftreten», sagt Vereinspräsident René Seiler. «Aber zum Glück bestanden viele Mitglieder auf eine Vorführung.» Seit jeher ist es ein Anliegen des dramatischen Vereins, eher anspruchsvolle Stücke vors Publikum zu bringen.

«Es ist auch motivierend für die Spieler», sagt Haldimann. Doch mit einem grossen Publikum rechnet weder Haldimann noch Seiler. «Wir haben unser Stammpublikum, aber meist keinen grossen Auflauf», meint Seiler.

Es gebe im Schnitt bei anspruchsvolleren Stücken einfach weniger zu Lachen, obwohl das Stück natürlich neben Situationskomik auch einige Lacher bereithalte.

Aber nicht nur mit der Publikumszahl kämpft der seit 1903 bestehende Amateur-Theaterverein: Es fehlt auch an Nachwuchs. So stehen in diesem Jahr neben Vereinsmitgliedern auch drei externe Theaterbegeisterte auf der Bühne.

Termine: Freitag, 22. Januar, 20 Uhr; Samstag, 23. Januar, 20 Uhr; Sonntag, 24. Januar, 14.30 Uhr; Freitag, 29. Januar, 20 Uhr; Samstag, 30. Januar, 20 Uhr.