Bis zu 100 Laufmeter Papier kommt jedes Jahr beim Steueramt in Baden an, 15 Jahre lang müssen diese aufbewahrt werden. «Das sprengt jedes Archiv», sagt Stefan Eggmann, Leiter Abteilung Steuern Baden und Präsident des Verbands Steuerfachleute Aargauer Gemeinden. «Die EasyTax-Ausdrucke sind sehr umfangreich, auch bei einfachen Steuererklärungen. Wir sind froh, wenn wir diese Papiermenge reduzieren können.»

Wer in Baden oder in Neuenhof wohnt, muss seine Steuererklärung ab diesem Jahr nicht per Post schicken, sondern kann sie elektronisch via Internet übermitteln. Das Steueramt Baden – das seit vier Jahren auch für das Steuerwesen der Gemeinde Neuenhof zuständig ist – macht mit beim kantonalen Pilotprojekt «EasyTax-Transfer». Bei den Einwohnern dieser Gemeinden ist in der EasyTax-Software eine Option aktiviert, mit der man die Steuererklärung dem Steueramt direkt elektronisch übermitteln kann. Die Belege können eingescannt und online mitgeschickt werden. Man muss die Steuererklärung nicht mehr ausdrucken.

Ganz ohne Papier und Post geht es aber noch nicht: Nachdem die Daten übermittelt sind, erhält der Steuerpflichtige per E-Mail eine Empfangsquittung. Diese muss er ausdrucken, unterschreiben und dem Steueramt schicken. Steuererklärungen können noch nicht digital unterschrieben werden. Auch das Wertschriftenverzeichnis müssen Steuerpflichtige noch auf Papier schicken. Dies soll aber nicht mehr nötig sein, sobald das kantonale Verrechnungssteueramt ebenfalls an das neue System angeschlossen ist. «Das Pilotprojekt ist erst eine Zwischenphase», sagt Stefan Eggmann. «In Zukunft werden die Steuerpflichtigen im Internet auf ihre Steuerdaten zugreifen können.» 2016 könnte es schon so weit sein.

Läuft die Pilotphase gut, sollen ab nächstem Jahr in allen Aargauer Gemeinden Steuererklärungen elektronisch versandt werden können. Neben Baden/Neuenhof geht dies heute nur in Reinach/Birrwil, Lenzburg/Niederlenz und Zofingen/Uerkheim.

Für den Bürger ist es aufwendiger

Stefan Eggmann hat sich dafür eingesetzt, dass die Steuerpflichtigen in Baden schon dieses Jahr diese Möglichkeit haben. «Je eher wir das umsetzen, desto rascher gewöhnt sich der Steuerzahler daran», sagt er. Bereits seien die ersten Steuererklärungen per Internet eingegangen. «Ein paar haben bereits auch die ihre Belege eingescannt und mitgeschickt.» Dies sei zwar aufwendiger für den Bürger, der Mehrwert für die Verwaltung sei aber erheblich.