In Baden hat sich eine Bürgerinitiative gegen Geri Müllers Rückkehr in den Stadtrat gebildet. In einem Mail forderten die Initianten Anfang Woche Müllers sofortigen Rücktritt, da ihm weder der Stadtrat noch die Badener Bevölkerung das nötige Vertrauen entgegenbringen würden. Die Initianten der Initiative, die anonym bleiben wollen, riefen Gleichgesinnte dazu auf, das Mail zu verbreiten und Namen und Adresse zu hinterlassen.

Wie angekündigt meldeten sich die Initianten heute mit dem Rücklauf ihrer Aktion zurück. «Insgesamt haben in den zweieinhalb Tagen 199 Personen per E-Mail unterstützend auf die Initiative geantwortet.» Diese Zahl wird in einer Stellungnahme als «beträchtlich» bezeichnet.

Das Bekanntgeben der eigenen Adressdaten an eine anonyme Gruppe wertet die Initiative als grossen Vertrauensbeweis und «Ausdruck der Empörung darüber, dass Geri Müller bisher nicht bereit war sich Neuwahlen zu stellen, nach der grossen Kontroverse, die sein Verhalten weit über Baden hinaus ausgelöst hat».

Ausserdem spricht sich die Initiative gegen «die stets geäusserte Meinung, dass Geri Müller im Amt nur Gutes getan habe», aus.

Beispielsweise habe er die Ennetbader nach ihrem knappen Votum für Fusions-Gespräche mit Baden vor den Kopf gestossen, indem er nur Stunden später die Forderung nach rascher Integration weiterer Gemeinden stellte.

Durch die aktuelle Kontroverse und das schon angeschlagene Vertrauen der Ennetbader in Geri Müller könnte ein möglicher Fusionsprozess gefährdet werden.

Dieses Beispiele soll zeigen, «dass der Übergang zum Courant normal – wenn überhaupt möglich – wegen der Person Geri Müller Zeit und Ressourcen braucht, die Baden derzeit anders als für vertrauensbildende Massnahmen für eine Einzelperson muss einsetzen können.»

Aufgrund zahlreicher negativer Stimmen gegen die anonyme Lancierung der Initiative übergeben die Initianten die weiterlaufende Unterschriftensammlung an die bürgerlichen Parteien. Ab morgen Samstag werden Mails dementsprechend weitergeleitet. Damit ziehen sich die Initianten der Bürgerinitiative zurück, «die Kontaktdaten der bisher eingegangenen Mails werden aus persönlichkeitsrechtlichen Gründen später gelöscht.»

Abschliessend bitten die Initianten Geri Müller, «den Weg für Neuwahlen frei zu machen und damit die Stadt und auch seine eigene Partei möglichst rasch aus der für alle Seiten unschönen Situation zu befreien». (jgl)