Nein, Gerigate sei nicht Anstoss der Idee gewesen, winkt Christoph Küng ab. Der Initiant des Civic.Circle, wie er den Think- Tank (zu deutsch: Denkfabrik) nennt, fügt an: «Ich trage die Idee schon länger mit mir herum.» Durch die Diskussionen mit seinem Schwiegervater und Kino-Unternehmer Peter Sterk und mit Alt-Stadtammann Josef Bürge sei er darin bestärkt worden, diese Plattform auf die Beine zu stellen.

Die Namen Sterk und Bürge findet man denn auch unter dem Advisory Board (zu deutsch: Beirat), zusammen mit andern klingenden Namen wie Alt-Regierungsrat Peter C. Beyeler, den Unternehmern Werner Eglin, Peter Athanas und dem Anwalt Peter Heer – einem Mix von FDP- und CVP-Politikern.

Christoph Küng selber fungiert dabei als Leiter der Geschäftsstelle von Civic.Circle. Es sei ein Job, den er unentgeltlich ausübe, aus eigenem Antrieb und aus persönlicher, politischer Motivation übernommen habe. Eigene politische Ambitionen hat der 37-jährige gebürtige, in Baden wohnhafte Remiger nicht. Politisch ist er ein unbeschriebenes Blatt und damit unbelastet.

Schub für Stadt und Region Baden

Es gehe darum, der Stadt und der Region Baden frischen Schub zu geben. «Für viele unternehmerische, politische und persönliche Anliegen drängen sich in der Zukunft regionale Lösungen auf», erklärt Küng. Es gehe nicht in erster Linie darum, Sachpolitik zu betreiben. Der Think-Tank soll vielmehr indirekt Einfluss nehmen. Dass man auch direkt einmal etwas bewirken wolle, schliesse er nicht ganz aus.

Die Affäre Geri Müller sei wohl nach wie vor Gesprächsthema in der Stadt, stehe aber derzeit nicht im Vordergrund beim Civic.Circle. Allerdings, so Küng, werde man sich gewiss frühzeitig mit den Stadtammannwahlen 2017 auseinandersetzen. Dabei gehe es primär darum, dass gute Kandidierende eruiert würden.

Der Civic.Circle will gemäss Definition auf der Homepage «die liberale politische und wirtschaftliche Beziehungspflege in der Region professionalisieren, liberale Kräfte bündeln und deren Basis fördern». Im Vordergrund stehen «eine liberal-bürgerliche Politik und ein gutes unternehmerisches Umfeld». Der Think-Tank ist Netzwerk und Plattform. Letztlich soll sich der Civic.Circle bei der öffentlichen Meinungsbildung einschalten.

Plattform mit Netzwerk

Geplant seien etwa drei Anlässe pro Jahr, erklärt Christoph Küng. «Wir werden eine sehr moderne Veranstaltungsform bieten mit interessanten Themen und kompetenten Referenten.» Das können ebenso gesellschaftliche wie wirtschaftliche oder politische Themen sein, fügt Küng an.

So möchte er in der ersten Veranstaltung das Thema Bitcoin aufnehmen. «Als weltoffene Stadt und Region mit internationalen Konzernen müssen wir uns mit der digitalen Währung, deren Auswirkungen und Möglichkeiten auseinandersetzen», ist Küng überzeugt.

Küng sieht den Civic.Circle als offenes Gefäss: «Auch nichtbürgerlichen Personen steht unser Think-Tank offen.» Die 80 eingetragenen Supporter gehören klar zum bürgerlichen Lager. Der Think-Tank basiert auf einem liberal-bürgerlichen Gedankengut richte sich an liberal denkende Menschen, «die sich politisch engagieren möchten, aber erst liberale Kräfte und Entscheidungsträger kennen lernen wollen, beruflich zu stark ausgelastet sind für ein politisches Amt, Ideen einbringen oder auf dem Laufenden sein möchten.»

Think-Tanks sind Institute oder Organisationen, die durch Erforschung, Entwicklung und Bewerbung von politischen, sozialen und wirtschaftlichen Konzepten und Strategien Einfluss auf die öffentliche Meinungsbildung nehmen wollen. Im Sinne einer politischen Beratung auf einer politischen oder ideologischen Linie soll auf die öffentliche Meinung Einfluss genommen werden.