Fall Lucie
Bundesgericht muss über die Verwahrung von Lucies Mörder entscheiden

Daniel H., der Mörder der 16-jährigen Lucie, wird lebenslänglich verwahrt. Das hat das Aargauer Obergericht am Donnerstag entschieden. Die Eltern sind erleichtert. Die Verteidigung kündigt an, den Fall ans Bundesgericht weiterzuziehen.

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Die Gasteltern, die ebenfalls am Prozess beiwohnten, geben Auskunft.
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Verteidiger Matthias Fricker gibt den Medien Auskunft.
Grosses Gedränge nach Prozess-Ende.
Die Angehörigen verlassen das Obergericht
Lucie-Prozess
Staatsanwalt wird nach Lucie-Prozess von den Medien bestürmt
Eltern verlassen Gerichtssaal in der Pause
Eltern verlassen Gerichtssaal in der Pause
Nicole Trezzini will für den Mörder ihrer Tochter nicht nur lebenslänglich, sondern lebenslängliche Verwahrung.
Grosses Medieninteresse am Berufungsprozess
Der Berufungsprozess im Fall Lucie findet vor dem Obergericht in Aarau statt
Lucies Vater Roland Trezzini gibt Auskunft
az-Journalist Philipp Mäder vor dem Eingang
Nicole Trezzini trifft beim Gericht ein
Lucies Mutter Nicole Trezzini
Journalisten warten auf den Einlass
Taschenkontrolle beim Eingang
Zivilklägeranwalt Tarkan Göksu
Der Berufungsprozess von Daniel H. findet vor dem Obergericht in Aarau statt.

Die Gasteltern, die ebenfalls am Prozess beiwohnten, geben Auskunft.

Christine Fürst

Die Vorinstanz hatte eine ordentliche Verwahrung angeordnet. Der 29-Jährige sei zweifellos nicht therapierbar zurzeit, sagte der Gerichtspräsident in der mündlichen Urteilseröffnung. Beide psychiatrischen Gutachter würden davon ausgehen, dass eine Therapie während mindestens 15 Jahren keinen Erfolg verspreche.

Zusammen mit den Gutachtern gehe das Gericht davon aus, dass sexuelle Handlungen beim Tötungsdelikt zumindest mitgespielt hätten. Deshalb sei von einer dauerhaften Therapieunfähigkeit auszugehen und der Beschuldigte lebenslänglich zu verwahren.

«Dieser Prozess brachte alle schrecklichen Details der Tat wieder an die Oberfläche», äusserte sich Nicole Trezzini, die Mutter der ermordeten Lucie im Anschluss an den Prozess. «Es war sehr schwer, den Täter zu sehen, der trotz allem ein Mensch bleibt, der sehr unglücklich aussieht. Mit dem Urteil erreichen wir nun das Ende dessen, was wir hofften. Wir konnten nicht akzeptieren, dass dieser Mann je wieder in die Freiheit kommt.»

Doch das Tötungsdelikt wird nun zum Fall für das Bundesgericht. Verteidiger Matthias Fricker kündigte bereits an, das Urteil weiterzuziehen: «Es ist aus meiner Sicht Zeit, dass nun das oberste Gericht entscheidet, was unter einer dauerhaften Nichttherapierbarkeit zu verstehen ist.»

Die Berufung sei mit seinem Mandanten bereits abgesprochen. Der 29-Jährige sei nach dem Urteil zunächst etwas niedergeschlagen gewesen, da nun das letzte kleine Hoffnungsfenster geschlossen sei.

Staatsanwalt Dominik Aufdenblatten zeigte sich in einer ersten Reaktion froh darüber, dass das Gericht seinem Antrag auf eine lebenslängliche Verwahrung folgte. «Ich bin sehr befriedigt über das Urteil. Es ist bei diesem hochgefährlichen, manipulativen und therapieunfähigen Täter notwendig, die lebenslängliche Verwahrung auszusprechen - zum Schutz der Gesellschaft vor weiteren Taten.» Er ist zuversichtlich, dass das Urteil auch vor Bundesgericht Bestand hat.

Das hoffen auch die Eltern der ermordeten Lucie Trezzini. «Wir sind sehr zufrieden. Es ist eine grosse Erleichterung zu wissen, dass er hinter Gittern bleibt. Die Gesellschaft kann nun beruhigt sein. Und wir hoffen, dass das Bundesgericht zum gleichen Schluss kommt. Wir warten nun auf den Prozess gegen die Angestellten der Verwaltung und hoffen, dass die Strafverfolgung dort ebenfalls ihre Arbeit macht», sagt Vater Roland Trezzini nach dem Prozess gegenüber den Medien. (mäd/sda)

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