Auf den ersten Blick erscheinen Myers Bilder simpel. Bunte Streifen und Flächen sind das vorherrschende Motiv. Betrachtet man jedoch den Rand der Bilder, erkennt man, dass das Bild aus mehreren Farbschichten besteht. Spuren von Farben, die auf dem Bild selber gar nicht zu erkennen sind, erzählen am Rand die Entstehungsgeschichte des Bildes.

«In einem seiner Bilder sehe ich eine weite Landschaft mit goldenen Kornfeldern», beschrieb Thomas Schirmann, selbst Künstler und Freund von Myers, seine Interpretation eines Bildes. «Es ist keine Landschaft, wie wir sie hier kennen, vielleicht eine amerikanische Landschaft?»

Die Liebe brachte den Künstler in die Schweiz

Myers wurde 1948 in den USA geboren. Dort absolvierte er auch sein Kunststudium. «In die Schweiz kam er wegen der Liebe», erzählte Schirmann bei der Begrüssungsrede. In den USA lernte er seine heutige Frau kennen. Mit ihr und dem gemeinsamen Sohn zog er 1980 nach Wettingen.

Sein Atelier hat er im Stroppel-Areal in Untersiggenthal. «Man läuft durch einen dunklen Gang», beschrieb es Schirmann. «Beim Betreten seines Ateliers kommt man in eine neue Welt voller Farben und Emotionen, eine märchenhafte Welt.»

Bilder entstehen nach mehrjährigen Pausen

Als erstes fielen einem die Bilder auf, die bis an die Decke reichen. Jedes Mal hingen wieder neue Bilder an der Wand, sagte Schirmann. Myers pflege nämlich, an einem Bild zu arbeiten, dieses zur Seite zu legen um dann nach einer mehrjährigen Pause daran weiter zu arbeiten. In seinem Atelier habe es auch einen Tisch, der mit Myers Fundstücken übersät sei. Beim Spazieren mit seinem Hund sammle er spezielle Steine oder Metallstücke, die in inspirieren, ein.

Von der Natur inspiriert

Myers grösste Inspiration sei die Natur, seine Umwelt. In seinen Bildern spiegeln sich die Farben von Erde, Himmel und Atmosphäre wider. Sie sollen auch auf die Materialien hinweisen, die oft in der modernen Architektur verwendet werden. Wenn er aus dem Fenster in seinem Atelier blickt, sieht er genau diese Farben: Der Fluss Limmat mit dem alten Flusskraftwerk, Maschinen, rostige Oberflächen, Auenwald und Himmel.

Myers Bilder wirkten im neuen Gemeindehaus besonders gut. Bei dessen Bau wurde extra darauf geachtet, dass künftig darin ausgestellt werden kann. «Ich bin zufrieden mit dem heutigen Abend», sagt Myers. «Die musikalische Darbietung von Marisa Minder hat mir sehr gut gefallen und auch die Rede meines Freundes Thomas.»