Nacktselfie-Affäre
Bürgerliche wehren sich gegen Vorwürfe von Geri Müllers Politfreunden

Nachdem sich die Aargauer Grünen und das «team baden» demonstrativ hinter Geri Müller gestellt haben, kontern die Bürgerlichen die Kritik der «Kesseltreiberei». Von «mangelndem Demokratieverständnis» könne keine Rede sein.

Martin Rupf
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Matthias Bernhard (FDP) und Reto Huber (CVP)

Matthias Bernhard (FDP) und Reto Huber (CVP)

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«Wir stehen weiter hinter unserem Stadtammann Geri Müller», liessen die Grünen Kanton Aargau und das «team baden» in einem Pressecommuniqué demonstrativ verlauten. Sie sprachen von einem «Kesseltreiben» von bürgerlicher Seite und von anonymen und nicht verifizierbaren Anschuldigungen. So sagte Fritz Bosshardt, Fraktionspräsident des team baden: «Den Rücktritt des Stadtammans erzwingen zu wollen, lässt jegliches Verständnis von Demokratie vermissen.» Das stehe im Gegensatz zu Badens traditioneller Verhandlungskultur.

Diese Kritik wollen Badens Bürgerliche nicht auf sich sitzen lassen. So versteht CVP-Fraktionspräsident Reto Huber nicht, was an der Forderung der Bürgerlichen undemokratisch sein soll. «Wir fordern ja den Rücktritt, damit Neuwahlen möglich sind und somit die Vertrauensfrage vom Volk beantwortet werden kann – das ist durchaus sehr demokratisch.»

Huber hält fest: «Das team baden hat selber verlauten lassen, dass der Verbleib von Geri Müller als Stadtammann davon abhängt, ob das Vertrauen noch gegeben ist. Von der Beantwortung dieser Vertrauensfrage lese ich jetzt gar nichts mehr.»

Zudem stimme es nicht, dass die Bürgerlichen den Rücktritt Müllers «erzwingen» wollten, «das können wir gar nicht», so Reto Huber. Und: «Wir distanzieren uns ganz klar von jeglichen anonymen Anschuldigungen.» Huber ist schleierhaft, was an der unveränderten Haltung der Bürgerlichen «krampfhaft» sein soll. «Davon merke ich ehrlich gesagt nichts», so Huber lachend.

Auch SVP-Präsident Serge Demuth hat kein Verständnis für diese Kritik: «Wie man sich mit diesem Argument gegen demokratische Neuwahlen stellen kann, ist mir schleierhaft.» Und dass die Bevölkerung solche Neuwahlen erwartet, spüre er ganz klar.

Dem stimmt FDP-Präsident Matthias Bernhard zu: «Ich bekomme viele Meldungen von Badenern – und zwar nicht nur Bürgerlichen –, die Geri Müller als Repräsentant der Stadt Baden nicht mehr wollen.»